Merlin

Merlin – Schrippe oder Semmel?

Wir stehen im Bürgeramt München-Neuhausen. Merlin ist vier Monate alt und wir möchten uns um- und anmelden. Die Rechnung haben wir aber ohne die bayerische Genauigkeit gemacht!

 

Besonders wichtig scheint, dass Merlin zwar in München geboren, aber durch mich – noch Preußin auf Papier und im Herzen sowieso – Berliner ist! Unberücksichtigt bleibt, dass er bis dato niemals in Berlin war. Nicht mal in pränatalem Aggregatzustand. Die Amtsschädel rauchen. Von allen Seiten stürzen weitere Bienchen und Dröhnchen des Stocks herbei und dreißig Minuten später haben sechs davon ein Urteil gefällt: Er ist ein Berliner! Genau. Der Amtsschimmel kann mir offensichtlich in die Seele blicken und entscheidet richtig. Wir beide melden uns also um und wieder mal spüre ich: Das Abenteuer Bayern wird mich weiterhin mit allem versorgen, was mein Vorurteil zum Leben braucht…

We ❤️ Wochenbett

Nach Merlins Geburt lassen wir sechs Wochen lang alle Zügel locker. Nichts treibt uns an außer der Freude an unserem Münchner Kindl und dem zunehmenden Wunsch, gelegentlich ein Stündchen zu schlafen. Wie die Ruhe vor dem Sturm muss es Merlin vorgekommen sein, als es danach direkt rund geht. Oft besuchen wir Familie und Freunde im Norden und ich habe bald wieder die ersten Konzerte und Seminare fürs Studium.

Du passt zu uns!

Es war eine große Erleichterung festzustellen, dass Merlin perfekt zu uns und unserem Leben passt: Neben unserer fünfwöchigen Elternzeit in Skandinavien sind auch Zugfahrten sehr beliebt. Abweichungen von der eh lockeren Tagesstruktur nimmt er uns nicht übel. Und dann werden wir von Merlin mit 14 Monaten mit den ersten klar verständlichen Worten überrascht – ob die Babyzeichen ihren Teil daran haben?

Mama macht Joghurt!

Mein kleiner Zauberer strahlt Papa an und sagt: Mama macht Joghurt! Ja, Mama macht manchmal Joghurt – aber heute macht sie Yoga. Und da sind wir schon beim Stichwort. Wenn ich wissen möchte, wie das so geht mit der Selbstversenkung, tiefen Konzentration und Güte-Meditation, dann schaue ich auf Merlin – wie er spricht, beobachtet, Hund und Mensch gleichermaßen respektvoll behandelt. Doch, er hat unsere Hündinnen Wilma und Whiskey schon an den Ohren gezogen und dem Nachbarskind auch schön des Öfteren Kekse geklaut. So ist das nicht. Ich habe ja auch keinen Mönch geboren, sondern ein sich in Freiheit und Selbstbestimmung entwickelndes Wesen. Und dafür bin ich dankbar.

P.S: Bei uns gibt’s (Franz-) Brötchen! 😉