Risky Week 31 – Kurswechsel. Auf fast allen Ebenen …

Risky Week 31 – Taube füttert ihr Kind

Risky Week 31 –  bei uns knallt’s. Gewitter. So ein richtig donnerndes, mit grellen Blitzen, Sturm und Wolkenbruch. Ob wir das unbeschadet hinter uns gelassen haben? Wenn ja – wie kann das gelingen? 

Und, wie war die Risky Week 31?

Es fängt damit an, dass ich, während ich die Risky Week verfasse, höllisch aufpassen muss –  Merlin will das Küchenfenster öffnen, um sich mit aller Begeisterung für die Katze auf dem Feld gegenüber aus selbigem zu stürzen. Es ist ein ziemlicher Luxus, geliebte Aufgaben in völliger Ruhe, nur begleitet durch das Gurren der Tauben im Kirschbaum und eine gelegentliche Hundezunge auf dem Fuß, zu erledigen. Aha. Jetzt möchte Merlin eine Tomate von den Stauden pflücken, für die wir im Mai ein Hochbeet angelegt haben. Wer wissen möchte, wie sowas kinderleicht funktioniert, auch ohne den viel zitierten grünen Daumen, schaut hier nach.

Risky Prioritäten – alles neu macht bei uns der August

Wenn ich nicht auf der Bühne stehe, dann gehört das Wochenende entweder meiner Familie oder mir ganz allein. Möchte ich dennoch etwas erledigen, muss es zwischendurch gehen – meine Familie und ich selbst haben Priorität. Mir fällt das überhaupt nicht leicht – ich habe lediglich diese Woche die Entscheidung getroffen, für mich persönlich und auch für und mit der Familie die Prioritäten neu zu setzen.

Und warum?

RiskyDad und ich haben es derzeit nicht einfach miteinander. Mein Gastspiel, Andreas’ tägliches Pendeln nach Nürnberg, Merlins Bedürfnisse, die der Hunde, das Haus, die vielen spannenden Projekte – too much. Und zu wenig Zeit und Kraft, zu reden, uns auszutauschen. Durch mein Coaching sehe ich viel klarer – neben der Auseinandersetzung mit eigenen Themen ( ja, ich finde gute therapeutische Begleitung wichtig) habe ich verstanden, dass für uns ein Kurswechsel ansteht.

Statt Streiten: Mehr gemeinsame Zeit, Absprachen, Raum geben

Ich bin dankbar für mein kurzfristiges Gastspiel, das mich aus einer inneren Sackgasse gerissen hat – wie ein schriller Wecker. Meine Weigerung, mich mit dem Schmerz auseinanderzusetzen, dass Musik und Bühne kaum mehr in meinem Leben stattfanden, hatte damit ein Ende.

Als der Anruf kam, dass ich als Carmen einspringen sollte, war es, als ginge ein Licht an, eine alte Freude, die durch nichts und niemanden aufgewogen werden kann. Auch nicht durchs Schreiben.

Montagmorgen, Lehrstunde 1

Am Montag hatte ich gleich die Aufgabe, Merlin zu seiner Schweden-Oma nach München zu bringen. Nach einem gemütlichen Frühstück im Bett ging’s los. Auch, wenn ich es genossen habe, meldete sich bald die kinderlose Frau in mir zu Worte – die wollte jetzt gern auspacken, ankommen und resümieren. Aha. Der werde ich in Zukunft bewusst mehr Raum geben, anstatt ihn mir planlos zu erschleichen.

Die Bedürfnisse aller Familienmitglieder sind gleich wichtig – sie wollen gesehen werden und Beachtung finden. Auch das zu organisieren braucht Zeit.

Am Dienstag verkündete mir der Zauberer, dass er  nicht in die Kita gehen wolle. Ich spürte, dass er Mama zu lange nicht mehr für sich hatte und diese Zeit nun nachholen wollte. Bitteschön. Natürlich fiel die geplante Arbeit flach und auch das Chaos im Haus, das sich über Wochen unbeachtet ausbreiten konnte, blieb, wo es war. Am besten geht es mir, wenn ich annehme, was gerade geschehen will – oder stoisch ernte, was ich mir, oft unbewusst, gesäht habe. Meine beste Freundin, die vor vielen Jahren in Südafrika ums Leben kam, hatte ein passendes Motto:

Ändere, was du ändern kannst, akzeptiere den Rest.

Das klappt überhaupt nicht immer, siehe Einleitung. Aber es ist auch mein Kompass geworden, nach dem ich mich richte, mein Weg.

Abschied

Am Freitag habe ich Merlin zum letzten Mal aus der Kita abgeholt. Vor lauter Gastspiel hatte ich vorher nicht realisiert, was für ein einschneidendes Erlebnis heute bevorsteht. Das machte mich nachdenklich. Ich umarmte Merlins Bezugsbetreuerin gefühlt einhundertdreiundzwanzig Mal, mit deren Unterstützung ich meinen Sohn die letzten beiden Jahre “erzogen” habe. Sie ist eine wesentliche Bezugsperson für den kleinen Jungen – und ich bin dankbar, dass sie das für ihn auch bleiben darf. Das große Glück, sein Kind behütet, begleitet und geliebt zu wissen, wenn es viele Stunden fremdbetreut wird, gehört zu den größten Geschenken, die ein arbeitendes Elternteil erhalten kann.

Danke von Herzen, Katharina, für diese wunderbare Zeit, die Liebe und Klugheit, mit der Sie mein Kind zwei Jahre lang begleitet haben.

Natürlich danke ich auch Susi, der “kleinen” Katharina und weiteren Betreuerinnen für ihre wunderbare Arbeit, voller Wissen, Liebe und Achtsamkeit.

Wochenende: Streit-Zeit beendet

RiskyDad und ich streiten jeden Abend. Es ist spät, wir sind müde – und beide ein bisschen verzweifelt. Erst am Samstag gelingt es uns, eine gemeinsame Sprache zu finden, einander zuzuhören und uns auf das, was wir haben zu konzentrieren, anstelle Schnitt und Abfall in den Mittelpunkt zu stellen. Wir erarbeiten gemeinsame Strategien, kurzfristige wie langfristige – und wollen Zeit und Raum schaffen, damit wir uns wieder beide gut um uns selbst kümmern und einander vorbehaltlos begegnen können. Wir überlegen, was zu dieser Situation beigetragen hat, äußern Wünsche und –

Wir lachen wieder miteinander!

Wir erstellen Pläne mit Trello, meiner Lieblings-Orga-App. Das wichtigste: Wir beginnen gleich mit der Umsetzung. Ergebnis:

  • Ernährungsumstellung
  • Sandkasten repariert
  • Rasen gemäht
  • Hunde ausgetobt (ausbaufähig)
  • Gartenmöbel auf die Terrasse verfrachtet
  • Äpfel geerntet
  • Finanzen geordnet
  • Viel gesprochen, Zeit miteinander verbracht

Klingt unspektakulär?

Für jemanden wie mich sind diese Dinge pure Exotik. Ich kenne keinen Alltag, bin eher eine Flachwurzlerin und musste mein Leben lang spätestens alle vier Jahre eine Veränderung erzwingen – so mein Programm der Kindheit. Dass ich hier, in der Hallertau, wo der Hopfen wächst, zum ersten mal so etwas wie Alltag spüre, Verbundenheit und bleiben möchte, ist ein Geschenk. Eines, das ich mir durch die Arbeit an meinen Kindheitstraumata gemacht habe. Und ich verdanke es Merlin und RiskyDad.❤️

Mein persönlicher Chaosfaktor (von fünf ⭐️): irgendwas zwischen einem ⭐️ und ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Wochenmotto?

Ich kann jeden Tag von neuem beginnen. Nur die Tage, die Früchte zu genießen, werden weniger.

Wofür ich dankbar bin?

Für die wunderbaren Menschen in meinem Leben

Was mich traurig gemacht hat?

Streit

Lieblingsmoment?

Ich nenne ihn nicht Lieblingsmoment – es war der berührendstee Moment der Woche. Ich habe Merlin aus seinem neuen Büchlein Adieu, Herr Muffin* vorgelesen. Es geht dort um den Tod eines Meerschweinchens, stellvertretend für alle Tode und Tränen, die unseren Kindern bevorstehen. Das Buch ist so einfühlsam geschrieben und illustriert, dass es mich, mit meinem aufmerksam lauschenden Kind im Arm, zu Tränen rührte. RiskyDad streichelte meinen Arm und weinte leise mit. Ein Zaubermoment am Sonntagmorgen. Mehr zum Thema erfährst du in meinem neuen Artikel Merlin & der erste Tod.

Zitat der Woche

Kommst du Zähneputzen, Merlin? – Nein, ich bin beschäftigt. Ich spiele noch! (Merlin, fast drei Jahre)

Worauf ich mich freue?

Auf viel gemeinsame Zeit – und auf Zeit für mich allein

Tipp der Woche

Weil es diese Woche fast nur um Gefühle, Probleme und Strategien zu ihrer Lösung geht, kommt an dieser Stelle was zum Anfassen, zum Ausprobieren, Hinfallen, Geldausgaben – wir stehen total auf Merlins Tigerente in Form eines Laufrades*, das er diese Woche zum ersten Mal ausprobiert hat. Zwar dauerte der Weg zum Supermarkt statt fünf Minuten eine Dreiviertelstunde und zurücktragen durfte ich das Gefährt auch noch – so what! Merlin hat seinen Spaß und das zählt. Sehr günstiges, höhenverstellbares, ökologisch akzeptables Laufrad aus Holz – und hüüüüübsch!

Ausblick & News

Um der jetzigen Situation Rechnung zu tragen, nehme ich mir nun Raum und Zeit, meine und unsere Prioritäten neu zu sortieren. Ich möchte mein Journalismus-Studium beenden, der Musik neuen Raum geben und mit meiner Familie den Kurs neu ausrichten. Deshalb mache ich vom 24. August bis einschließlich 16. September eine Blog-Pause. Während dieser Zeit wird NoRisk. NoMum. auch ein kleines Facelift erhalten – neue Kategorien, hier und da ein neues Design-Element. Auch, wenn die Grundstruktur bestehen bleibt – die Details werden einen Unterschied machen: und ich freue mich dann über reichlich Feedback von allen, die Lust drauf haben!

Was geht bis zur Sommer- und Kreativpause?

Nächste Woche erwartet euch ein Artikel über den Kita-Abschied mit unserer Geschichte und vielen Infos zum Thema. Fragst du dich, warum ich unsere Risky Week nur selten mit Fotos ausstatte? Das ist einfach eine Zeitfrage – außerdem möchte ich gerade jetzt, weder in der Woche noch am Wochenende dauernd nach passenden Motiven suchen. Das nimmt oft den Zauber des Moments, weil ich dann nichts mehr fühle, sondern mein Brain auf Motivjagd ist. Sobald wir es schaffen, unseren Familienpuls zu beruhigen, kann sich das ändern – mal sehen.

Eure RiskyMum Tanja

Wie war deine Risky Week 31? Hast du auch ein Kind, das nun in den Kindergarten kommt oder steht bei euch schon eine Schultüte bereit? Ich bin gespannt, was ihr zu erzählen habt – denn egal, welcher Sturm hier tobt, eure Kommentare und Mails bedeuten mir viel und werden auch in den Ferien gern und von Herzen beantwortet.

 

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Tanja Conrad

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