Risky Week 30 – Beeil’ dich, RiskyMum!

Risky Week 30 – Sommerfest im Naturkindergarten

Risky Week 30 – diese Woche war anstrengend und zugleich unfassbar bereichernd. Warum ich plötzlich Pläne für meinen 50. Geburtstag schmiede, auf den ich noch einige Jahre warte und was für uns Glück bedeutet? Davon möchte ich euch erzählen …

Und, wie war die Risky Week 30 ?

Am Montag habe ich mir erlaubt, wieder zuhause anzukommen. Mir ist aufgefallen, dass ich mir wenige Auszeiten gönne. Einen Tag lang nur meinen spontanen Bedürfnissen folgen, ist ein rares Gut geworden. Im Studium bin ich Tage und Nächte lang im Bett geblieben, um Musik zu hören, zu lesen und zu schlafen. Also wurde mein Montag zum Sonntag und am Abend war ich erstaunt, wie viel ich trotzdem geschafft habe.

Alptraum Mütter?

Dienstag-,  Mittwoch- und Donnerstagnachmittag treffe ich mich mit meinen Freundinnen und ihren Jungs. Mir wird bewusst, dass genau das geschehen ist, was ich nie wollte: Vor allem Mütter sind Teil meines wenig alltäglichen Alltags geworden. Sehr erstaunlich, dass sich das für mich aus heutiger Perspektive nicht als negativ besetzte Self fulfilling prophecy darstellt. Es ist vielmehr ein weiterer Beleg dafür, dass ich mir selbst fortwährend Märchen über Dinge erzählt habe, von denen ich keine Ahnung hatte. Schön, dass ich diese Illusion beerdigen konnte. Um Windel- und Kinderkacke kreisende Mama- Gespräche kommen vor, ja. Aber sie sind der kleinste Teil dessen, was meine Freundinnen und mich bewegt. Wir wünschen uns wie vermutlich alle Eltern, ob bewusst oder unbewusst, dass es unseren Kindern gut gehen möge mit uns. Und uns mit ihnen. Und, wichtig, uns mit uns selbst.

Wochenende?

Den Freitag nutze ich für Büroaufgaben und alles, was an “Schwarzarbeit” noch so anfällt. Ich räume mein neues Bücherregal und die Reste der Reise ein. Meine derzeitige, etwas heikle Aufgabe, meine Reportage für den Auftraggeber druckfein zu machen, ruht heute. Dafür erstelle ich einen Arbeitsplan für den Monat, um nicht täglich neue Entscheidungen treffen zu müssen.

Zzzzzz …

Nachmittags bin ich so müde, dass ich gern bis mindestens 20 Uhr geschlafen, gelesen hätte und überaus fleißig gar nichts getan hätte. Stattdessen bereite ich alles für das Sommerfest im Naturkindergarten vor, zu dem auch Merlins Großeltern und einige unserer Freunde kommen.

Ein Zeichen fortgeschrittener Müdigkeit: Du trägst Augencreme auf, bevor du die Brille abgenommen hast.

Was soll ich sagen – jede Sekunde der Vorbereitung hat sich gelohnt. Wir verbringen einen großartigen Nachmittag auf dem für mich schönsten Biohof der Welt mit dem allerbesten Kindergarten selbiger.

Die Eltern im Naturkindergarten sind anders als andere. Irgendwie offener … (Opa Franz)

Wir lassen gemeinsam Luftballons steigen, essen, als ob ab morgen der Notstand ausbräche. Ich bin so richtig glücklich. Einige Kinder und zwei wunderbare Bezugspersonen (ich mag das Wort “Erzieherin” nicht, weil ich nicht an Erziehung glaube) werden verabschiedet. Eine mit Blumen geschmückte Kutsche holt die beiden Frauen und die Kinder ab. Bevor die Feier zu Ende geht und alle in die Ferien verabschiedet werden, bemale ich noch schnell einen Zaunpfahl. Farben und Holz stehen bereit. Ich hatte lange nicht mehr so viel Freude dabei, spontan etwas zu tun, das keinen Zweck verfolgt. Ich habe ganz vergessen, wie gern ich male. Und wie inspiriert.

Nicht nur die Kinder lernen Elementares im Naturkindergarten. Ich lerne mit.

Risky Week 30 – Luftballons steigen auf
Risky Week 30 – loslassen lernen die Kinder zuerst mit kleinen Dingen, auch das fällt nicht allen leicht …

Der Samstag bleibt mir in Erinnerung. Nicht, weil er so spektakulär gewesen wäre. Wir haben mit meiner Freundin zusammen das selbstgebaute Hochbeet mit eigenem Kompost gefüllt, aufgeräumt und die Kinder beim Glücklichsein beobachtet. Ich muss an die Großfamilie 2.0 denken.

Das Gefühl, ein eigenständiger Teil einer Gemeinschaft zu sein, erfüllt zwei menschliche Grundbedürfnisse: Selbstbestimmtheit und soziale Verbindung mit anderen.

Samstagnacht verbringen wir unter den Sternen auf der Terrasse. Die Campingmatratzen, ein paar Kerzen, ein Gläschen Wein. Gegen 3 Uhr setzt der Regen der Romantik ein Ende. Macht aber nichts.

Heute Abend haben wir etwas beschlossen. Und das wird uns die nächsten Jahre beschäftigen …

Am Sonntag frühstücken wir mit meiner Freundin, die ab 10 Uhr die Kinder übernimmt. Wir holen derweil eine Gartenbank ab und sitzen noch eine Weile im Biergarten, um unser neues Projekt alkoholfrei zu begießen.

Erkenntnis der Woche?

Am Freitag fühle ich mich wie ein elendes, vor Schmiere glänzendes, leicht rostiges Zahnrad, das stöhnend und stotternd seinen Dienst tut. Am Donnerstag bin ich während meiner Abendlektüre eingeschlafen (passiere mir nie!) und am Mittwoch strich ich um 22 (!) Uhr die Segel. Ich kam auf die Idee, die Stunden zu zählen von Arbeitsbeginn um 6 Uhr bis etwa 13 Uhr. Sieben Stunden! Mir war überhaupt nicht bewusst, dass ich bereits am frühen Nachmittag fast einen ganzen Arbeitstag hinter mir habe. Zumeist lege ich abends noch ein oder zwei Stündchen drauf und wundere mich schon eine ganze Weile, weshalb ich nachmittags manchmal unfassbar müde bin. Ich habe dann weder Lust, mit Merlin zu spielen oder mich anderweitig zu engagieren. Interessant. Mal gucken, wie ich mit dieser Erkenntnis umgehe, zumal sie mit einer weiteren einherging.

Über mich lernen

Seit Anfang des Jahres strukturiere ich meine Tage mithilfe des Leadyourself-Buchs. Das hat ein paar gut durchdachte Coaching-Abschnitte, die ich sehr gern bearbeite. Diese Woche ging es um den inneren Antreiber. Ich halte mich für einen reflektierten Menschen. Ich habe schon einige Schätze gehoben, eine Menge Leichen im Seelen-Keller seziert. Dennoch hat mich das Ergebnis umgehauen:

Mein innerer Antreiber Nummer Eins heißt “Beeil’ dich!”

Das macht etwas mit mir, vor allem im Hinblick darauf, dass ich nicht mal merkte, wie viel ich arbeite. Abends bin ich sogar oft unzufrieden, wenn ich es einfach nicht schaffe, zwei weitere Stunden Stoff zu geben. Damit muss ich ins Reflexionslabor.

Any news?

Samstagnacht haben wir entschieden, wo wir meinen 50. Geburtstag mit all den Menschen feiern, die wir lieben. Es wird ein Ort sein, der auch nach unserem Fest ein Refugium für Familie und Freunde sein darf. So viel möchte ich heute verraten. Wir haben ja noch ein paar Jahre Zeit und einige andere Projekte, die vorher abgeschlossen werden wollen. Fortsetzung folgt …

Größte Herausforderung?

Ich hätte gern mehr Zeit allein für mich gehabt. Die brauche ich, um zu sortieren, nachzuspüren und Impulsen zu folgen. Es war eine Herausforderung, unter diesen Umständen liebevoll und fair mit mir und meinem Kind umzugehen. Manchmal ist es mir gelungen. Und manchmal nicht. So what. Mehr als #goodenoughmother kann ich nicht. Muss ich auch gar nicht.

Mein persönlicher Chaosfaktor (von fünf ⭐️): ⭐️⭐️

Ich empfand diese Woche als very very anstrengend. RiskyDad glänzt abends mit Abwesenheit und ich bin am Ende des Tages kaum noch in der Lage, Merlin geduldig und einfühlsam zu begegnen. Schaffe ich das tatsächlich nicht, kommt es zu Irritationen und Konflikten, was mir weiter Kraft raubt. So dreht sich die Spirale abwärts, Merlin und ich fühlen uns hilflos und es entsteht inneres wie äußeres Chaos. Meistens gelingt es mir am Ende, so viel Kraft aufzubringen, dass ich wieder die Kontrolle übernehmen kann und Merlin das einzige gebe, was er wirklich braucht: Orientierung, Führung und Liebe. Puh.

Wochenmotto?

Das Außergewöhnliche geschieht nicht auf glattem, gewöhnlichem Wege. (J. W. v. Goethe)

Wofür ich dankbar bin?

Diese Woche gelingt es mir mithilfe einer Coachingstunde, einen lange schwelenden Konflikt mit einem mir sehr wichtigen Menschen nachhaltig zu lösen.

Was mich traurig gemacht hat?

Sagen wir, es hat mich umgehauen – die Washington Post gehört Jeff Bezos, dem Amazon-Inhaber. Manchmal tut es weh, eine Wissenslücke zu schließen.

Lieblingsmoment?

Als ich Merlin und seinen Puppen draußen eine Geschichte in zwei Sprachen vorlas: Platt und Deutsch. Ich kann es noch! Jajj!

Worauf ich mich freue?

Ich freue mich darauf, meine Reportage abzuschließen. Ich will sie endlich im Netz sehen!

#MerlinsWelt

Papa, warum ist mein Pipi gelb? – Weil ich Apfelschorle getrunken habe! (lacht).

Tipp der Woche

An meinem Geburtstag kam ich auf die Idee mir vorzustellen, wo, wie und mit wem ich von Herzen gern meinen nächsten runden Geburtstag feiern möchte. Dahinter steht die Frage: Wie möchte ich zu dem Zeitpunkt mit wem wovon leben? Es dauerte genau zehn Tage, bis ich die Antwort hatte – oder sie eher mich. Warum ich das tat? Ein Ziel, das mich berührt, in mir Bilder und Gefühle weckt, ist die größte Motivation. Ich darf mich bei allem, was ich tue, vorhabe, plane, fragen, ob es mich diesem größeren Ziel, der Erfüllung eines persönlichen Traums, näher bringt. Es ist wie ein Navigator, der mich unbeschadet durch meinen CreativeTinnits führen soll. Habt ihr mal ausprobiert, so ein Ziel wie ein Dach über das, was ihr tut zu stellen?

Blogwohnzimmer: News, Ausblick & Lesestoff

Es gibt so gar nichts Neues, damit es bald so richtig viel davon gibt. Ich bin schon dran, plane, probiere und lerne. Ohne Learnings komme ich sicher nicht aus, wenn ich euch ein DSGVO-konformes, nutzerfreuliches und pfeffriges neues Blogwohnzimmer präsentieren will. Und das will ich! Es läuft nicht alles rund bei uns. Nein, wir sind weder eine Vorzeigefamilie, noch haben wir irgendeinen Dreh raus. Wir versuchen aus dem, was wir haben und sind, einen Lebenssinn zu extrahieren, den anzupassen, immer wieder neu zu betrachten. Das ist unsere Art von Glück. Was ist Glück für euch?  Ich wünsche euch eine Woche mit allem, was euch ganz persönlich glücklich macht. Eure RiskyMum Tanja

Risky Week 30 – Merlin studiert die Girlande
Glücklich …

Der Artikel enthält unbezahlte Werbung, da ich Produkt- und Firmennamen nenne.

Tanja Conrad

2 Comments

  1. Claire 30. Juli 2018

    Hallo Tanja,
    ich fand das Wochenende und die Zeit mit Euch auch sehr schön!
    Gib Bescheid, wenn Du mal Zeit für Dich brauchst, und Du Merlin mal abgeben möchtest. 😉
    Einen guten Wochenstart und ein paar mehr Nischen für Dich und bis bald!

    Liebe Grüße aus der Nachbarschaft! 😉

    1. Tanja 31. Juli 2018

      Liebe Claire, danke für dein Angebot, das allein schon ein Gefühl von Freiheit bringt. Wir machen das ganz gut mit Grossfamilie 2.0, finde ich. Ein großes Geschenk. Danke auch dafür und spätestens bis Freitag. Wird sicher wieder ein super Wochenende. ✨

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