Risky Week 29 – Gewitter auf der Insel

Der Strand auf Spiekeroog

Risky Week 29 – Warum Konflikte nicht nur zu vermeidendes Übel sind und ich einsehe, weshalb mein Leben mal wieder ein kleines Update braucht? 

Und, wie war die Risky Week 29 ?

Spiekeroog, Strand, Sonne, Pferde. Wer käme da auf Arbeit, Stress und gemischte Gefühle? Mir erging es so. Es fing damit an, dass ich in meiner Unterkunft kein WLAN hatte und die Insel auch sonst etwas geizig ist mit dem Netzempfang. Außerdem glänzte mein Kind mit notorischer Schlaflosigkeit, was mir den Hauch von Zeit für mich allein verhagelte. RiskyDad hatte sich erst für Montagmittag angemeldet und somit war nicht viel mit Arbeit, Konzentration und Muße.

Doppelpremiere

Am Montag nahm mich meine Freundin mit zum Reiten. Isländer gibt es auf Spiekeroog, viele von ihnen könnten auf dem Festland gar nicht überleben. Sie leiden zum Teil unter Atemwegs- und Hautkrankheiten, die durch die Seeluft gelindert werden. Eigentlich hatte ich ein Leben lang Respekt vor Pferden, nachdem mich die Ponys in meiner Kindheit notorisch abgeworfen haben und ich das irgendwann persönlich nahm. Dennoch bestieg ich mein Pferdchen, Müni, und erlebte meinen ersten Strandritt auf einem Isländer. Ich hatte sehr gehofft, dass mir das Reiten weiterhin ein sehr untergeordnetes Bedürfnis bleiben würde. Leider hat es mir doll gefallen auf dem Pferderücken. Ich kann nur hoffen, dass sich die Freude vertanzt. Realistisch? Nö.

Wenn ich noch für irgendeine weitere Sache entflamme, drehe ich durch. Ich komme so schon kaum meinen Interessen hinterher.

Ich war froh, als ich RiskyDad nach dem Ritt vom Hafen abholte. Mit ihm kam Entlastung und der Mensch, mit dem ich Freude und Sorgen teilen kann. Und von beidem hatte ich reichlich auf dieser Reise.

Risky Week 29 – Merlin übt jonglieren
Auf dem Zirkusspielfest durften wir Zirkustricks ausprobieren – ein riesiger Spaß

Klassik für Kinder?

Nachmittags gab es dann das Kinderkonzert im Rahmen des Cello-Festivals, das ich journalistisch begleitete. Für mich war es eines der Konzert-Highlights – wer schafft es schon, Dreijährige über mehr als eine Stunde regungslos mit klassischer Musik und Vorlesen zu unterhalten? Eines der Kinder begann zu tanzen, ein anderes sang zum Cello-Sound – nur eben eine Etage (Oktave) höher.

Musik für Kinder muss aus Kinderperspektive gedacht und empfunden werden. Nur dann erreicht sie kleine Menschen.

Kinder-Risky Week 29 – Kinder-Cello-Konzert im Zirkuszelt
So muss Kinderklassik sein – gedacht und gefühlt aus Kinderperspektive

Am Mittwoch hatte ich Geburtstag und meine Freundin schenkte mir einen zweiten Ritt. Dieses Mal haben uns die Bremsen fast in Ruhe gelassen, die mich am Montag mit handtellergroßen Flatschen ausgestattet hatten.

 

Gewitter – nur nicht am Himmel

An diesem Tag spürte ich bereits ein aufkommendes Gewitter, das der durstigen Flora der Insel die gesamte Woche versagt blieb. Es ist nicht hilfreich, Einzelheiten zu berichten. Ich habe meine Lektionen jedenfalls gelernt und bin immer noch dabei, sie zu ordnen und Klarheit zu gewinnen über das, was geschehen ist.

Privates mit Beruflichem zu verbinden bedeutet nicht, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Daraus können zwei Fliegen werden, für die du 500 Klappen brauchst. Und am Ende ist dann tatsächlich noch etwas tot.

Ich versuche, Konflikte in mein Leben zu integrieren als das, was sie sind: Chancen, gemeinsam zu wachsen, einander zu verstehen, Grenzen auszuloten. Heute stärken mich Konflikte bereits in ihrem Lösungsprozess. Oder sie zeigen, dass ein gemeinsamer Weg endet oder eine Pause braucht. Alles darf sein. Das heißt nicht, dass sie mich nicht belasten, mich nicht traurig und ratlos machen. Nur geht diese Phase schneller vorbei als früher und mündet in die Analyse, die Verstand und Herz gleichermaßen zu leisten haben.

Einfach mal nicht denken

Am Donnerstag organisierte ich mir eine Unterkunft für Freitag. Wir hatten aus Versehen nur bis Freitag reserviert. Da die Insel komplett ausgebucht war, folgte ich meinem Gefühl und rief in einer evangelischen Herberge an. Zum Glück blieb ich eisern am Telefon und, zack, hatte ich tatsächlich ein Bett mitten in den Dünen.

Wochenende?

Merlin und RiskyDad fuhren Freitagnachmittag nachhause, nachdem wir eine ganz zauberhafte Wattwanderung zum Ferienabschluss gemacht hatten. Dort trafen wir unsere Unterkunfts-Nachbarn, die Merlin nach der Wanderung mit zu sich nahmen. Dort wollten sie gemeinsam Mittagessen, weil sich die Kinder so gut verstehen. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir sie demnächst wiedersehen würden auf ihrem Weg nach Österreich …

Für mich sind Ferien-Begegnungen ein großes Geschenk, das ich gerne pflege.

So hatten RiskyDad und ich noch ein gemeinsames letztes Fischessen und ein wenig Zeit uns auszutauschen. Nachdem die beiden abgefahren waren, hatte ich noch ein Interview und bezog mein Nachtquartier. Leider lag das über zwei Kilometer vom Dorf entfernt. Mit 30 Kilo auf dem Rücken gab’s Fitnesstraining oben drauf. Abends erlebte ich das letze Konzert und fiel dann ziemlich zerstört in mein Bett.

Spontaneität, Flexibilität und das Gefühl, alles irgendwie hinzubekommen ist für mich langsam ein Auslaufmodell. Mit Hunden, Kind und den vielen Projekten tue ich mir und uns vermutlich Gutes, eine Prise mehr Planung zuzulassen. 

Am Samstag war ich froh, als ich auf der Fähre war. Dort trank ich einen Kaffee und genoss eine letzte Portion Seewind in der Sonne. Ich traf meine erste Bekanntschaft von der Hinfahrt – und verbrachte mit ihr in Bus und Bahn ein paar sehr amüsante Stunden. Auch über ein Wiedersehen mit Christa würde ich mich freuen.

Es fällt mir leicht, neue Kontakte zu knüpfen. Dennoch liegt mir die Pflege der alten besonders am Herzen.

Nachmittags landetet ich bei meiner Cousine. Zum Glück hatten wir ein wenig Zeit ganz für uns allein. Sie zählt zu den klügsten und reflektiertesten Menschen, die ich kenne. Dass ich sie lieb habe, macht die Sache perfekt. Wir tranken ein wenig Wein und es dauerte Sekunden, bis wir ein Thema hatten, für das wir beide lichterloh brennen. Später trafen wir uns mit den anderen zum Essen, der Auftakt zu einem wunderschönen Familien-Abend.

Es tut so gut zu wissen, dass ich nicht die einzige auf der Welt mit CreativTinnitus bin.

Am Sonntagmorgen legten wir ab nach Nandlstadt.

Seit Ewigkeiten habe ich mich nicht mehr so auf Zuhause gefreut. Ich glaube, mein Leben braucht mal wieder ein kleines Update.

Any news?

Ich gebe kleinteiliger Planung und Wochenenden ohne Termine eine Chance in meinem Leben. 😉

Größte Herausforderung?

Statt in Anklage zu gehen die Gefühle des Gegenübers und die eigenen einfach wahrzunehmen und anzuerkennen

Mein persönlicher Chaosfaktor (von fünf ⭐️): ⭐️⭐️⭐️

Meine Woche war komplett chaotisch. Was ich früher als erfrischend wahrgenommen habe, beginnt mich zu belasten. Klar – eine dicke Portion Überraschung und Spontaneität ist wie das Chili in Montis Pasta – die Grundlage ist wie bei dem Pastagericht aber ein zumindest ungefähres Rezept. Daran arbeite ich.

Wochenmotto?

Trau’ deinem Gefühl. 

Wofür ich dankbar bin?

Für das grandiose Coaching von Saskia John – auch ihre Seminare sind die Reise nach Brandenburg wert. Danke, liebe Saskia.

Was mich traurig gemacht hat?

siehe oben

Lieblingsmoment?

Ich saß mit Merlin in den kleinen Wellen am Nordseestrand. Sein Glucksen, als die Schaumkrönchen an seinen Nacken stießen und er seine Arme um mich schlang, war hinreißend. Es klingt nach in Kopf und Herz und damit die Dankbarkeit, dass wir diese Woche auf Spiekeroog gemeinsam erleben durften.

Worauf ich mich freue?

Ich freue mich aufs Naturkindergartenfest – endlich kann Merlin Oma und Opa zeigen, wo er seine Tage verbringt.

Kinderzitat der Woche

Mama, ich habe in Brennnesseln gefasst. Kannst du mir bitte helfen, Breitwegerich darauf zu machen?

Tipp der Woche

Seid ihr so bildungswütig wie ich? Dann schaut euch doch mal den Kirchen-Atlas* an, eine Empfehlung meiner Cousine. Gerade im Kontext meiner Kirchenmusik-Prüfung und Merlins “ökumenischer” Taufe freue ich mich über so ein umfassendes Werk.

News, Ausblick & Lesestoff

Am 10. August geht es los mit der Blogpause. Bis dahin kommt noch der Spiekeroog-Artikel, das Rezept für die Dattelcreme (die Anfragen häufen sich) und eine Rezension mit Buchverlosung. Wer Wünsche hat in Bezug auf das neue Blogkleid oder Themenschwerpunkte, darf sich gern zu Wort melden. Eure Ideen und Vorschläge konnte ich bis jetzt immer brauchen. Sie inspirieren mich und zeigen mir, wo ich mit dem Blogwohnzimmer stehe. Ich glaube fest daran, dass wir als Menschen, Familien, als Gesellschaft nur gemeinsam wachsen können. So soll es auch hier sein. Ich möchte das Wohnzimmer mit euch gemeinsam gestalten, sodass ihr euch dort wohl fühlt. Und wiederkommt. In dem Sinn – her mit Kritik, Wünschen und euren Gedanken. Danke dafür.❤️

Ich wünsche euch eine friedliche Woche, ihr Lieben. Und wenn’s mal knallt, kann das auch was Gutes haben.

Eure RiskyMum Tanja

Schild Vorsicht Schicklöcher am Strand von Spiekeroog
Tja, die gibt es nicht nur auf der Insel … 😉

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Tanja Conrad

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