Risky Week 17 – Soziokoller & mehr als nur ein Preis

Risky Week 17 – Merlin staunt mit seinem Freund über die Würmer im Kompost

Risky Week 17 – diese Woche hatte eine Menge Geschenke für mich parat. Gleichzeitig war der Kalender zu vollgepackt, als dass ich alles hätte sortieren und genießen können. Warum es dennoch eine rundum runde Woche war?

Und, wie war die Risky Week 17 ?

Die Woche hat mich geschafft. Gestern bin ich eingeschlafen, während Menschen auf der riesigen Leinwand um ihr Glück rangen und das nicht sehr leise. Wer mich kennt weiß, dass ich weder viel fernsehe, noch dazu neige, vor der Homekino-Leinwand ( was für ein Wort – Deutsch und Englisch in einem!) einzuschlafen. Gestern war übrigens Freitag.

Ich finde es ziemlich schlau, meine Energie in sinnvolle Tätigkeiten zu stecken, wenn mich wahlweise Moral, Inspiration oder Lust verlassen haben.

Am Montag brachte ich nämlich trotz viel Zeit nichts zustande als ein aufgeräumtes Haus. Dass es eine gute Idee war, wenigstens irgendetwas zu tun, zeigte sich über die Woche. Aufräumen schafft manchmal einen Impuls, auch das innere Gleichgewicht wieder herzustellen. Warum mir das abhanden gekommen war? Streit. Näher mag ich darauf nicht eingehen.

Ich gebe meinen Gefühlen mittlerweile die Zeit, sich auszustanzen. Dann müssen sie auch nicht wieder zurückkommen um mir aufzuzeigen, was in meinem Leben nicht stimmig ist.

Am Dienstag übernimmt meine Freundin den Kinderdienst, mit dem wir uns abwechseln. So ergibt sich für uns beide mehr Arbeitszeit und eine Verbindung, die ich in meinem Artikel Großfamilie 2.0 näher beschreibe. Sie bleibt bei den Kindern in unserem Haus, ich sitze im Café und arbeite. Abends essen wir gemeinsam und ich lasse mit Merlin, seinem kleinen Freund aus der Nachbarschaft und dessen Mutter den Abend mit einer Laufradrunde den Tag zu Ende gehen.

Donnerstag habe ich morgens ein Elterngespräch und abends hole ich mir den 2. Reportage-Preis 2018 in der Akademie der Bayerischen Presse ab. Nachts falle ich todmüde in mein Bett.

Einen Preis zu bekommen, der leider keine monetären Folgen hatte, lässt ein Gefühl zurück, das dem nach einer Theatervorstellung gleicht. Adrenalin-High mit Absturz kurz darauf.

Ich freue mich über diesen Preis. Fast 200 Reportagen zum Teil namhafter Journalisten von SZ, Merkur und anderen Medien waren am Start. Und ich habe sie fast alle ausgestochen. Das ist für ein Journalisten-Greenhorn wie mich ein riesiges Ding und ein klares Zeichen, dass ich auf der richtigen Spur bin.

Risky Week 17 – RiskyMum mit ihrer Preisurkunde
Happy!

Von Liebe

Das Elterngespräch hat mich bewegt. Die Leiterin des Naturkindergartens hatte ein Kerze angezündet und einen Kreis auf den kleinen Tisch gelegt, auf dem “Merlin” zu lesen war. Zuerst schrieb ich die Eigenschaften auf, die ich meinem Kind zuordnen würde, dann lege sie wie Sonnenstrahlen die Attribute um den Kreis, die ihn ihrer Meinung nach beschreiben.

Dass die Frauen im Kindergarten Merlin genauso erleben und sehen wie ich, hat mich sehr berührt und bestätigt, dass wir unser Kind “sehen”.

Es war ein persönliches Gespräch, in dem ich erzählte, weshalb ich so spät Mutter wurde. Die Leiterin verriet, dass sie die Bücher von Gerald Hüther genauso mag wie wir. Der Naturkindergarten ist nicht nur für Merlin eine glatte 12, sondern auch für uns.

Ich bin von Herzen dankbar für die Menschen, die ich durch den Naturkindergarten kennenlernen durfte und darf.

Risky Week 17 – Blick vom Fahrrad auf der täglichen Hunderunde
Blick vom Fahrrad auf der täglichen Hunderunde

Wochenende?

Der Freitag ist schon wieder schön und anstrengend. Ich bin noch so geflasht von der Preisverleihung, dass ich keinen klaren Gedanken fassen kann. Ich schaffe es, mein Morgenritual durchzuziehen (Yoga, Mediation, Frühstück, Nachrichten hören, Hunde rausbringen) und Klavier zu spielen. Nachmittags treffe ich mich mit meinen Freundinnen in Merlins alter Kita. Dort gibt es einmal monatlich ein Eltern-Kind-Café. Wir “gehören” zwar nicht mehr zur Einrichtung, aber willkommen sind wir immer noch.

Ich pflege Kontakte, weil sie mir Freude machen. Nicht, weil sie mir etwas “bringen” könnten.

Ich freue mich, mit Merlins Kita-Betreuerin Neuigkeiten über ihr und unser Leben auszutauschen. Wir verbringen Zeit dort, wo Merlin viele Stunden gespielt und ein Stückchen Leben verbracht hat. Es macht Freude, die alten Kontakte zu beleben und neue zu knüpfen. Auch, wenn mich solche Treffen auch Kraft kosten.

Wenn eine gewisse Menge an Eltern und Kindern zusammentreffen, ist das oft wie das Lesen des Panorama-Teils der Zeitung: Informativ, interessant, mit viel Gefühl und Lebendigkeit. Zu viel davon wirkt allerdings toxisch.

Am Samstagmorgen bemerke ich, dass mich ein echter “Soziokoller” befällt. Ich möchte allein sein, die intensiven Gefühle und Erlebnisse der Woche in meinem Tempo verarbeiten und ihnen den Platz zuweisen, den sie verdienen. Daraus wird nichts. Nach dem Feuerwehrfest geht es mit meinen Freunden und deren Kindern wie geplant zu uns, um gemeinsam Stockbrot zu rösten und unfassbar leckere, mitgebrachte Köstlichkeiten zu verspeisen. Es gelingt mir, mich darauf einzulassen. Der Lohn ist ein wunderschönes Gartenfest. Ich beobachte die Kinder, wie sie im gemeinsamen Spiel ihre Glücksspeicher füllen. Ich erlebe Eltern, die sich wohl fühlen und mit diesem Tag noch ein kleines Stückchen mehr zu unserer Großfamilie 2.0 gehören.

Risky Week 17 – Merlin übt Feuerlöschen
Risky Week 17 – Merlin übt Feuerlöschen

Akzeptanz bringt Lösung

Am Sonntag ist es endlich soweit – ich habe Zeit ganz für mich allein. RiskyDad und Merlin fahren schon mal vor zur Oma, die am Wochenende Geburtstag hatte. Weil ich allein sein und mich sortieren kann, freue ich mich auf das kleine Fest.

Erkenntnis der Woche?

Es gibt nichts zu tun als weiter zu gehen. In kleinen, kontinuierlichen Schritten. Und gnädig mit mir zu sein, wenn ich im Kreis gehe. Dort erreiche ich sicher keine Ziele. Aber ich kann sortieren, neue Kraft schöpfen und Anlauf nehmen.

Größte Herausforderung?

Mit Kindern ist es nicht leicht, dem Bedürfnis nach Alleinsein und Kontemplation immer nachzukommen. Diese Woche komme ich wenig dazu, mich zu sortieren und Kraft zu schöpfen. Das zu akzeptieren und zu bemerken, dass das nicht folgenlos in Bezug auf meine Toleranzschwelle bleibt, ist nicht einfach. Niemand trägt Verantwortung für meine Gefühle außer mir selbst. Und niemand sollte darunter leiden müssen. Aber es gelingt nicht immer. Auch das anzuerkennen, gehört zum gemeinsamen Wachsen dazu.

Mein persönlicher Chaosfaktor (von fünf ⭐): ⭐⭐

Diese Woche findet das Chaos mehr in mir als außerhalb statt. Wie durch Zauberhand habe ich trotzdem innerhalb weniger Arbeitsstunden Berge selbstgestellter Aufgaben erledigt.

Ich glaube, dass mir meine vielfältigen konstruktiven Rituale Denk- und Entscheidungsleistungen abnehmen. So spare ich an den richtigen Stellen Zeit.

Wie auch immer – ich sag’ einfach Danke to whom or what it may concern.

Wochenmotto?

Die Ausgewogenheit zwischen Nähe und Distanz ist ein wesentlicher Baustein eines glücklichen Lebens.

Wofür ich dankbar bin?

Meine Mutter und mein Stiefvater haben mir eine Flasche Supersekt und ein Preisgeld geschickt. Es geht mir nicht um Geld. Es geht darum, dass alles daran eine mütterlich-väterliche Energie hatte, die uns hilft, miteinander zu wachsen, zu heilen, zu verzeihen und zu verstehen. Ich bin von Herzen dankbar für dieses Geschenk.

Ich habe diese Woche viel mehr (geschenkt) bekommen als nur einen Preis.

Was mich traurig gemacht hat?

Ich habe die Not in den Augen einer Mama gesehen, die keinen Weg sieht, wie sie sich und ihrem “schwierigen” Kind Linderung schaffen könnte. Für alle, denen es auch so geht: Holt euch Hilfe. Die bekommt ihr von Sozialpädiatrischen Zentren, die es in fast jeder Stadt gibt.

Lieblingsmoment?

Als meine Oma am Telefon gut und respektvoll über andere Menschen sprach, sie wertschätze und damit sich selbst ein großes Geschenk machte. Im übrigen mir auch.

Worauf ich mich freue?

Neffchen, Neffchen, Neffchen

Kinderzitat der Woche

Mama! Arschloch sagt man nicht! (ups)

Tipp der Woche

Nach Ewigkeiten ist Merlins Elchhose wieder aufgetaucht. Wer bunt mag, mag das Wiener Label Babauba.

Risky Week 17 – Merlin und Papa arbeiten im Garten
Risky Week 17 – manchmal sind wir einfach eine ganz normale Familie

Lesestoff?

Es ist amtlich: Unflexible Redaktionspläne sind nichts für mich. Diese Woche wollte eine Freundin etwas über breifreie Beikost wissen. Weil ich den Schnabel nicht halten kann und beim geringen Funken Feuer fange, habe ih für kommende Woche einen Artikel dazu versprochen. Well, ich geb’ alles trotz Konferenz. 😉

News & Ausblick

NoRisk. NoMum.s erste Hoodie-Kollektion geht in die Probephase. Das erste Exemplar ist eingetroffen und wir sind begeistert! Das Design stammt von einer jungen Grafikdesignerin, die ich euch demnächst vorstelle. Sobald wir so richtig zufrieden sind, könnt ihr Shirts und Hoodies im im hauseigenen RiskyShop bestellen. Wer neugierig geworden ist, kann es nächste Woche auf der re:publica und der Blogfamilia erstehen. Da treiben wir uns während Woche 18 nämlich rum.

Riesenfreuung! 

Wie habt ihr eure Woche erlebt? Fahrt ihr weg über den 1. Mai oder genießt ihr Zeit zuhause? 

Ich wünsche euch eine schöne Erste-Mai-Woche, wo auch immer ihr sie verbringt.

Eure RiskyMum Tanja

Risky Week 17 – RiskyMum trinkt ein Glas Sekt auf ihren Reportagepreis
Salute!

Tanja Conrad

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