Risky Week 12 – kaputt, putt, putt

Risky Week 12 – Hund Whiskey um Schnee

Risky Week 12 – ich bin noch immer reichlich unfit, was ich direkt auch von unseren Autos sagen kann. Außerdem dreht der kleine Junge auf und RiskyDad ist die Woche auch noch abwesend. Tja. Dann eben Plan Z wie Zeit nehmen … 

Und, wie war die Risky Week 12 ?

Es kann ein Segen sein, wenn die Kinderchen früher aufstehen als gedacht. Wieso? Weil wir sie dann nicht antreiben und hetzten müssen, was ihnen sowieso völlig hirnrissig vorkommt. Brennt der Kindergarten ab, wenn wir 14 Sekunden zu spät aufkreuzen oder verurteilt uns jemand zu 11 Jahren Haft? Es ist halb sieben, das Kind und ich kämpfen um die Reste meines Milchschaums im Becher und teilen uns eine Banane. Durch das Fenster dampft eisige, frische Luft. Uns ist warm. Die Bettdecke und der schwarze Hund sorgen für hyggelige Kuschelzeit, wie der Däne sagt.

Das Gefühl von Zeitarmut entsteht durch falsche Annahmen und Illusionen. Vor lauter gefühlter Zeitknappheit vergesse ich manchmal, die Zeit zu nutzen.

Der Montag kann kommen. Nach einer Portion Yoga und einem feinen Frühstück mache ich mich ans Werk. Leider höre ich zehn Minuten zu spät auf zu arbeiten, was meiner easy-peasy Loungelaune subtito den Garaus macht. Ich hechte mit dem nicht sehr funktionierenden Auto, das einst ein Sportwagen war und mich derzeit nicht wenig an einen Traktor erinnert, zum Kindergarten. Dort lade ich mein matschtriefendes Kind ein und rattere nach München zur Oma. Die beiden bemalen sich wie zwei Tattoo-Priester, während ich Recherche im Buchladen betreibe.

Risky Week 12 – Merlin ist blaues Eis
Risky Week 12 – ob das Eis schmeckt? Egal, Hauptsache, es ist blau

Am Dienstag erfahre ich, dass die Werkstatt die Reparatur des Bulli ablehnt, da sie nicht garantieren kann, dass das auch was wird. Wunderfein.

Wenn es ruckelt, dann richtig.

Anstatt mich  aus dem Fenster zu werfen, beglückwünsche ich den Geschirrspüler, dass er problemlos läuft und auch der Heizung und der Waschmaschine huldige ich. Wenn die nämlich jetzt auch noch anfangen, Ansprüche zu stellen, könnte es ein Ende haben mit meiner Buddha-Natur.

RiskyMum, der Besen

Apropos Buddha. Am Mittwoch bin ich beim Kopfstand umgefallen wie ein alter Besen. Buff. Danach war die Yogastunde als solche nicht mehr zu gebrauchen. Zumindest habe ich jetzt eine Ahnung, wie Lachyoga entstanden ist.

Risky Week 12 – Merlin hilft beim Omelett machen
Essen machen? Da ist Merlin dabei

Mal sehen …

Merlin hat mittlerweile eine Schnellmalmethode entwickelt, was bedeutet, dass unsere Kunstsammlung täglich um 20 bis 30 Werke wächst. Ich hab’ die jetzt mal auf einem Stuhl geparkt, weil ich überhaupt nicht weiß, wie ich mit den Kreativfluten meines Kindes umgehen soll. Any idea, anyone?

Fernsehen, wie exotisch

Am Donnerstag bin ich nicht sehr ausgeschlafen, weil ich Mittwoch bis in die Nacht fernsehen musste. Das ist ja sonst nicht so meine Art. Aber ich brauchte Hardcoreglotzen. Sicher auch, weil es da was zu überlegen gab, vor dem ich mich drücken wollte.

Manchmal ist Vertagen eine gute Idee. Zumindest, wenn es bewusst geschieht.

Der Donnerstagmorgen hat Seltenheitswert. Mein Kind bekommt einen Wutanfall und wirft seinen Becher mit Milchschaum auf den Küchenboden. Ich bin entsetzt. Und ganz froh, auch mal, wie alle anderen, in den Genuss vollkommener Hilflosigkeit zu kommen und die Chance zu erhalten, mich zu positionieren und etwas über das Autonomiebestreben meines Kindes und über meine eigenen beschränkten Reaktionsmuster zu lernen. Kurze Brüllung, sehr persönlich verfasste Erklärung, warum es keinen zweiten Cappuccino gibt und fertig die zugegebenermaßen protestbehaftete Laube. Ok, das ist Anfängerkram, ich weiß. Aber für mich eine echte Herausforderung.

Jede(r) bekommt das Kind, mit dem sie oder er gerade noch so klar kommt. Zumindest bei mir trifft das voll zu.

Risky Week 12 – Merlin wischt den Boden auf
Risky Week 12 – Meistens hilft Merlin, wenn ihm etwas umgefallen ist. Manchmal aber auch nicht.

Donnerstagabend geht’s zu einem Vortrag über plastikfreies Leben der Autorin Anneliese Bunk. Kennt ihr ihren Bestseller Besser leben ohne Plastik*? Nach zwei Stunden sind meine Fragen fürs erste beantwortet und ich mir sicher, dass unserer Familie die nächste Phase droht. RiskyDad hat jedenfalls Angst bekommen, als ich ihm mitteilte, dass ich nun das Badezimmer plastikfrei gestalten werde. Interessiert euch das Thema, aber ihr wisst nicht so recht, wo ihr anfangen sollt? Kenn’ ich. Deshalb gibt es demnächst mehr dazu im Blogwohnzimmer.

Wochenende?

Am Freitag sause ich nach zwei Stunden Arbeit mit dem Sport-Traktor zum Naturkindergarten. Dort suchen wir Osternester im Wald, bevor wir über einen leckeren Osterbrunch herfallen.

Allein für diesen Kindergarten hat sich der Umzug nach Nandlstadt gelohnt. Ich bin dankbar.

Auf dem Rückweg geht dem Traktor das Benzin aus. Schade, hätte meine chinesische Kollegin-Freundin gesagt. Ich wollte keine Stunde auf den ADAC warten und bewege die Werkstatt gegenüber, für uns Benzin zu jagen. Wir probieren in der Zwischenzeit Papas skurrile Cabriomützen und plündern Merlins Osternest.

Irgendwie stört mich das alles nicht die Gurke. Wo wir Zeit verbringen, ist eigentlich egal. Hauptsache, es macht irgendwie Spaß. 

Später landen wir im Eltern-Kind-Café unseres alten Kindergartens. Schön, so ein kleines Déjà-vus mit dem Gefühl, damals wie heute die richtige Entscheidung für die Kinderbetreuung getroffen zu haben.

Knirschzeit

Samstag läuft irgendwie quer. Es fällt uns nicht leicht, nach einer Arbeitswoche wieder in einen Familienmodus zu finden. Wir sehen uns derzeit in der Woche kaum, gehen unseren Tätigkeiten mit den jeweiligen Strategien nach. Die helfen uns nur leider nicht beim Zusammensein. Als Merlin dann auch noch erklärt, wir seien die “schönste Mama und der schönste Papa auf der Welt”, weiß ich nicht, ob ich gerührter oder trauriger bin, weil ich das manchmal so gar nicht finde. Abends sind wir so weit, gemeinsam ins Konzert zu gehen, während Merlin bei Oma und Opa seine Kunstsammlung vergrößert.

Grad nochmal die Kurve bekommen. War aber nicht leicht.

Sonntag haben wir den Dreh raus. Offensichtlich tut es uns gut, auch die Freizeit ein wenig zu planen, anstelle sie wie eine Urgewalt über uns hereinbrechen zu lassen. Jeder bekommt Zeit für sich, gemeinsam kümmern wir uns um den Garten und um uns. Die Nachbarin entführt mein Kind in die Eisdiele, was später in eine kleine Tee-und-Kuchen-Orgie auf der Terrasse mündet (verdammt, wo war der Sekt?!).

Risky Week 12 – Merlin schneidet den Wein im Garten
Risky Week 12 – es macht Spaß, gemeinsam den Wein zu schneiden

Größte Herausforderung?

Ja nicht gierig werden. Nicht glauben, ich müsste noch mehr schaffen, noch besser sein, noch mehr Ziele erreichen, eine noch viel tollere Familienzeit haben. Nö. Ich habe genauso viel Zeit wie alle anderen zur Verfügung. Ich darf Prioritäten setzen. Uuund: Es gibt Leichteres.

Mein persönlicher Chaosfaktor (von fünf ⭐): ⭐⭐

Chaos entsteht, wenn ich die gegebene Situation nicht so annehmen kann, wie sie nun mal gerade ist. Diese Woche konnte ich ganz gut nehmen. Ok, die Autos werden altersschwach, das Kind wirft mit Bechern um sich und ich bekomme zuweilen beklemmende Briefe. So what?! Viel wichtiger ist, dass mein Muttermuskel durch derzeitiges Dauertraining gehörig wächst; ich stehe vor dem Abschluss des nächsten Moduls; das Thema für meine wissenschaftliche Arbeit steht. Ich arbeite kontinuierlich, in kleinen Schritten und komme gut voran. Dafür bin ich jetzt einfach mal dankbar.

Wochenmotto?

Entscheide bewusst, ob du aus der Liebe oder der Angst heraus agieren und reagieren willst. Nur im ersten Fall behältst du die Freiheit.

Wofür ich dankbar bin?

Dass wir am Sonntag einen guten Weg für uns gefunden haben, den Bedürfnissen aller zu entsprechen

Was mich traurig gemacht hat?

Ein Brief. Der hat mich auch wütend und hilflos gemacht. Im Grunde sind das nur Umwege, um zurück in die Liebe zu finden. Ist manchmal aber nicht sehr doll leicht.

Lieblingsmoment?

Als ich mit Merlin das Osternest gesucht habe

Worauf ich mich freue?

Morgen sehe ich endlich meine Freundin Taschi wieder

Kinderzitat der Woche

Das ist kein Mensch, Mama! Das ist ein Mädchen! Man kann auch Mädel dazu sagen. #hmpf

Tipp der Woche

Ich habe euch ja schon erzählt, dass ich abends Glückstagebuch schreibe. Neulich habe ich das 6-Minuten-Tagebuch* in der Buchhandlung gefunden und bin begeistert. Es ist nicht nur zur Konzentration auf positive Aspekte des Lebens gedacht, sondern es enthält Wochenreflexionen und verschafft Klarheit darüber, wie ich mich gerade fühle, was mich bewegt, was für mich der nächste, logische Schritt ist auf meinem persönlichen Weg. Es geht nicht um Selbstoptimierung, es geht um Verstehen, Lösen und Klären. Und am Ende geht es doch wieder darum, Entscheidungen aus der Liebe heraus zu treffen.

News & Ausblick

Business as usual.

Lesestoff?

Da ich wenig von DIY verstehe, besteht mein Osterbeitrag aus zwei Rezensionen. Wann? Ich lege mich jetzt mal tollkühn fest: am Dienstag und am Mittwoch, damit ihr eventuell noch zuschlagen könnt.

Was plant ihr für die Ostzeit? Besucht ihr Familie, Freunde, macht ihr einen Ausflug oder verkrümelt ihr euch zuhause oder auf irgendeiner Berghütte? 

Was auch immer ihr vorhabt, macht euch eine gute Zeit. Zum Streiten, Grübeln und hadern haben wir einfach zu volle Kalender. Alles Liebe! 

Eure RiskyMum Tanja

 

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Tanja Conrad

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