Risky Week 04 – von Leben, Tod und dem dazwischen

Risky Week 04– Merlin streichelt einen Katzen-Tiger!

Risky Week 04 – gerade aus dem Skiurlaub zurück, geht es schon wieder auf Reisen. Warum es nicht immer eine Freude ist, Richtung Hamburg zu fahren und weshalb es dennoch eine gute Entscheidung war, erzähle ich euch in unserem Wochentagebuch. 

Und, wie war die Risky Week 04 ?

Am Montag haben wir in Ruhe im Bett gefrühstückt. Es gab noch Waffeln! Wer mich kennt, weiß, dass sie neben Milchkaffee mit Spezial-Vanille-Zimt-Mischung auf der schaumigen Mütze zu den Geheimwaffen gehören, mit denen ich leicht zu besiegen bin. Oder zu bestechen. Mein Liebling? Die norwegische Waffel-Variante. Das Rezept haben wir vor zwei Jahren direkt aus der Elternzeit auf den Lofoten importiert.

Tschüss, Freund

Nach der Waffelparty bringe ich Merlin zur Schwedenoma, damit ich diese Woche wenigstens eine Übersicht dessen erhalte, was ich garantiert nicht schaffen werde. Wie recht ich behalten sollte! Dienstag werfe ich mich mit meinem Kind in den Zug nach Hamburg. Ich hätte mir viele bessere Gründe vorstellen können, die schönste Stadt der Welt zu besuchen: Mein alter Freund und Lehrer ist gestorben. Ich möchte ihm ein letztes Lied singen und mich gemeinsam mit seiner Familie von ihm verabschieden.

Durchs Bullauge

Es wird eine bewegende Zeit in der Nordheide. Dort bin ich aufgewachsen, mit der Heide und den Menschen, die dort leben, verbinden mich Erinnerungen. Nicht nur gute.

Die Heide ist mein kleines Bullauge in die Vergangenheit, durch das ich einen Blick werfen kann, wann immer ich dafür bereit bin.

Am Donnerstag verbringen wir mit Merlins Oma und Opa, meiner Mutter und meinem Stiefvater, eine kleine Zeit in Lüneburg. Den geplanten Zug besteigen wir am Abend nicht. Der fällt ganz einfach aus. Am Freitag nachmittag erreichen wir Freising endlich, nachdem Merlin sehr unglücklich war, dass er noch eine Nacht ohne Papa sein sollte.

Ganz spontan hatte sich mein Bruder aus dem Tessin angekündigt. Der holt uns mit RiskyDad ab vom Bahnhof und so muss Rekreation und Verarbeitung zweier bewegender Wochen aufs Wochenende verschoben werden – mit meinen Geschwistern geht es nämlich immer im besten reflektierten Sinn zur Sache.

Wochenende?

Wir sind alle so ein bisschen krank, nachdenklich und lassen die Erlebnisse einfach mal sacken, so, wie wir es uns am Anfang des Jahres vorgenommen haben.

Wir nehmen uns zu selten Zeit, Erfahrungen bewusst nachzufühlen, sie einzuordnen und ihnen einen eigenen Platz zuzuweisen. Denn das haben sie und wir verdient.

Mein persönlicher Chaosfaktor (von fünf ⭐️): ⭐️

Ich habe nicht das Gefühl von Chaos. Die Entscheidungen, die ich in den ersten Januartagen getroffen habe, zeigen Wirkung. Auch, wenn mich der Verlust meines Freundes traurig macht, nehme ich ihn mit offenem Herzen an und freue mich, dass er ein Teil meines Lebens war und bleiben wird. Ich erinnere mich an die gemeinsame Zeit in Rostock, als er mich oft während meines Studiums besucht hat. Ich hätte ihn gern noch vieles gefragt, das ich nun von jemand anderem, also über Umwege, erfragen muss. Einiges werde ich nicht mehr erfahren.

Wochenmotto?

Wenn es etwas zu tun, zu klären, zu verabschieden gibt, tue, kläre, verabschiede es. Dann gibt es im Leben nichts zu bereuen.

Wofür ich dankbar bin?

Ich bin dankbar, dass ich mich von meinem Freund verabschieden konnte. Dankbar, dass ich auch Merlin nicht ausgeklammert habe. Ich habe ihm erklärt, wohin ich gehe, hätte ihn mitgenommen, wenn er meinen Freund besser gekannt hätte. Kinder haben das Recht, auf ihre Weise und nach ihren Möglichkeiten zu trauern und wir haben die Pflicht, sie dabei zu begleiten. In Merlin & der erste Tod gehe ich näher auf das Thema ein. Und ich bin meiner Familie dankbar, dass sie mich unterstützt hat.

Was mich traurig gemacht hat?

Diese Woche hat sich Antenne Bayern bis zu den Knochen diskreditiert. Sie fragen ihre Facebook-Fans, ob es in Ordnung sei, seinen Kindern einen “Klaps” zu geben. Ich bin schockiert über die Frage nach der Meinung zur Rechtmäßigkeit einer offensichtlichen Straftat und über die Antworten, in denen Schläge tausendfach als adäquat empfunden werden. Wird als nächstes nachgefragt, ob Diebstahl nicht eigentlich ok ist? Oder Mord? Wer sich die unglaublichen Kommentare antun möchte, findet den entsprechenden Link in unserer Community.

Lieblingsmoment?

Den behalte ich diese Woche für mich

So richtig peinlich?

Mir ist diese Woche nichts peinlich gewesen

Worauf ich mich freue?

Auf neues Kaminholz

Kinderzitat der Woche

Ich kann nicht mehr laufen, Opa. Mein Gas ist leer!

Tipp der Woche

Der Januar ist meine Zeit, mich vom alten Jahr zu verabschieden und eine innere Rampe fürs neue zu bauen. Was mir hilft? Ich habe mich für das Buch Mein bestes Jahr* entschieden, das mir hilft, meine Ziele für 2018 zu setzen. Es legt Stärken und Schwächen frei, spürt Potentiale auf und wird zur Grundlage meiner Zielplanung. Im Grunde ist es ein Selbstcoaching-Kurs, der unbewusstes an die Oberfläche spült. Es macht Spaß, kleine und große Energieräuber auszumachen, die eigenen Illusionen aus dem Ideenmeer zu extrahieren, um am Ende eine klarere Sicht des Statusquo zu erhalten. Wer hat Lust auf ein kleines Selbstreflexionsexperiment?

News & Ausblick

Ich weiß, ich weiß. Ich hänge meinen Plänen hoffnungslos nach. Und weil das so ist, habe ich meinen Redaktionsplan kurzerhand abgeschafft. Ich möchte fürs erste meiner Intuition und euren Wünschen folgen. Nur die Rezensionen sind fix, alle anderen Themen picke ich mir aus dem Leben und euren Rückmeldungen heraus. Es ist ein Versuch.

Next RiskyPost?

Eine Buch-Rezension und der Artikel über das Skifahren lernen für Kinder – sie kommen!

Auch, wenn wieder viel los war in Conrads Theater, wir haben uns auch Zeit genommen, die Erlebnisse ankommen zu lassen, sie zu sortieren und ihnen nachzuspüren. Wie geht ihr mit viel Input, Ortswechseln und wenig Zeit allein um? Ich bin gespannt auf eure Strategien.

Ich wünsche euch eine bewegte Woche –  mit vielen Ruheinseln und soviel Muße, wie ihr sie braucht.

Eure RiskyMum Tanja

 

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Tanja Conrad

2 Comments

  1. Elke Conrad 29. Januar 2018

    Liebe Tanja, seit ich dich kenne, weiß ich, dass du zum Schreiben geboren bist. Oft habe ich versucht dich davonzu überzeugen. Du bist deinen Weg gegangen und hast das Richtige gefunden. Warum schreibst du kein Buch? Ich weiß, du kannst es. Einfach toll, bin stolz auf dich! Mami

    1. Tanja Conrad 6. Februar 2018

      Ich glaube, dass alles eine ganz eigene Zeit hat. Für mich war es nicht leicht, meinen Weg zu finden, auch, weil mich so vieles interessiert und ich von euch, meinen Eltern, ein dickes Paket Talente mitbekommen habe. Die so richtig zum Blühen zu bringen ist mir nicht in allen Bereichen gelungen. Aber es ist noch Zeit, brachliegendes zu betrachten, es zu pflegen und eine Pflanze daraus zu ziehen. Ich bin auf meinem Weg und sehr froh, als erstes Sängerin geworden zu sein. Schreiben lernen geht auch noch im hohen Alter, beim Singen sieht das anders aus, zumindest, wenn man es professionell betreibt. Was das Buch betrifft – die Idee steht schon seit Längerem. Dieses Jahr folgt das Konzept, schreiben werde ich 2019. Danke, dass du teilnimmst an meinem Leben, ich empfinde deine Worte als sehr liebevoll und wertschätzend. Ich freue mich auf die gemeinsam Zeit mit dir in diesem Jahr.

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