Risky Week 03 – bergab ins neue Jahr?

Risky Week 03 in Ellmau

Risky Week 03 – seit über einem Jahr freuen wir uns auf diese eine Woche. Viele Menschen sind an Bord und noch mehr Erwartungen. Wo wir waren, wie wir die Zeit miteinander erlebt haben, und wer “wir” eigentlich sind? Das verrät der Auftakt zur Risky Week 2018. 

Und, wie war die Risky Week 03 ?

Wenn sich Familien, ergo Tanten, Cousinen, Onkel; Töchter, Schwestern, Nichten und Neffen (mit und ohne Fell) für eine Woche in einem Apartmenthaus zusammenfinden, dann ist das per se ein explosives Gemisch. Uns war das klar – aber  wenn wir uns alles vom Hals halten wollten, was irgendwie Zündstoff beinhaltet, dürften wir morgens nicht mehr aufstehen. Zu gefährlich.

Bunter geht’s nicht

Also beschlossen wir vor über einem Jahr, im Januar 2018 ins Skidorf Ellmau zu pilgern, um einen gemeinsamen Ski- und Wanderurlaub zu erleben. Mit dabei: acht Erwachsene, drei kleine Kinder und drei Hunde. Unser aller Bedürfnisse sind so deckungsgleich wie die eines Säuglings mit denen einer Dackeldame. Wir haben nur einen entscheidenden Vorteil, den Kitt, der vieles möglich und tragbar macht:

Wir haben einander von Herzen gern.

Am Montag ging der Skikurs für unsere Dreijährigen los. Die Jungs hielten sich prima auf den winzigen Brettern, die sie unter Geschrei und Hahnenkampf am Vortag in der Skischule angepasst bekamen. Am Abend war dann klar: Einer der Jungs hatte sich einen fiesen Infekt aufgegabelt und es war eine Frage der Zeit, bis Nummer Zwei ebenso danieder liegen würde. Ich halte es wie meine Ärztin-Freundin: die meint, dass du den Infekt nur bekommst, wenn deine Immunkompetenz nicht ausreicht. Folglich ließen wir die Jungs weiter miteinander spielen und Merlin besuchte seine Skischule allein. Das war nicht immer leicht, aber er ist jeden Tag dort für einige Stunden geblieben. Dich interessiert das Thema Skifahren mit Kindern? Kommende Woche stelle ich unsere Tipps für einen gelungenen Winterurlaub für Familien zusammen – mit Equipment-PDF zum Runterladen.

Sicht öffnen

Wir “Großen” hatten anfangs so unsere Schwierigkeiten, uns abzusprechen. Schließlich mussten neben unseren Ski-, Snowboard-, Langlauf- und Wanderbedürfnissen auch die der Kinder und Hunde berücksichtigt werden. Ab Mittwoch etwa hatten wir den Dreh raus und es gelang ganz gut, allen entsprechenden Raum zu geben.

Familienurlaub ist eine tolle Sache. Zumindest, wenn man bereit ist, auch für die anderen Familienmitglieder und ihre Bedürfnisse Verantwortung zu übernehmen.

Wie so ein Tag ablief?

Morgens haben wir zu dritt oder viert eine (Lang-)laufrunde mit den Hunden gedreht, danach gab’s Frühstück. Die anderen sind mittlerweile auf die Piste verschwunden oder haben sich ums jüngste Familienmitglied und gekümmert und mit dem Cousin gespielt. Irgendwer hat Merlin um 9 Uhr 30 zur Skischule gebracht und jemand anderes hatte dann Backup-Dienst, falls er abgeholt werden wollte. Später gingen einige wandern und Merlin machte zuhause Mittagspause. Zeit zum Lesen, arbeiten, Yoga? Wenig. Wir haben uns alle eingeteilt zu Kinder- und Hundediensten – auch diejenigen, die keine Kinder mitgebracht hatten. Abends haben wir meistens gemeinsam gegessen und den Tag ganz nach Après-Manier ausklingen lassen. Nur eben zuhause.

Wochenende?

Am Freitag fand das Abschlussrennen der Skischule statt. Irgendwie ist es mir innerhalb der gesamten Woche nicht gelungen, den Skilehrern klar zu machen, dass Merlin ein Junge ist – offensichtlich wiegen pinke Skihosen schwerer als ein deutlich männlicher Vorname.

Risky Week 03 – Merlins erster Skikurs
Los geht’s mit dem Skirennen – die Macht der pinken Skihose sei mit dir!

Am Freitagabend sind wir gemeinsam essen gegangen. Zu meinem Entsetzen gab es da bereits um 16 Uhr böseste Après-Ski-Musik. Weil ich aber hart im Nehmen bin, habe ich einfach mit den Kindern auf der Tanzfläche zu undefinierbaren Melodien und den Intellekt demütigenden Texten wie “ein Horn , ein Horn” getanzt. Merlin wollte bereits um 17 Uhr schlafen gehen und um 20 Uhr stand der Notarzt an seinem Bett, weil der Kleine Atemnot hatte.

Rauf, runter. Nicht nur auf der Piste

Bei uns ging’s zu wie draußen, wo sich Sonne, Schneesturm, Regen und Nebel die Staffel im Minutentakt übergaben. Eine Stunde, nachdem wir den Arzt verabschiedet hatten, hockten wir schon wieder bei Zweigelt, Tee und Whiskey beisammen (erwähnte ich bereits unsere sehr unterschiedlichen Präferenzen?) und feierten den letzten Abend. Nebenbei hatte sich unsere eine Hündin eine Wasserrute (Äquivalent zum menschlichen Hexenschuss) zugezogen und musste auch noch versorgt werden. Puh!

Pläne hin oder her  – wir machen das beste aus dem, was ist.

Samstag  brauchte ich noch eine letzte Hunderunde am Wilden Kaiser. Wir räumten unsere Sachen zusammen, was uns aufgrund unserer Reisefrequenz nicht aufregt. Nach einem Kaffee mit dem Gastgeber vom Hubenhof, den ich euch auch für Sommer und Herbst empfehlen kann (also, ich meine den Hof! 😉 ), ging’s Richtung Nandlstadt.

Wieder zuhause …

Jetzt sitze ich mit meinem Tee und den chilligen Hunden am Schreibtisch und freue mich auf das Brot, das gerade im Backofen bräunt. Merlin und RiskyDad machen eine Pause, nachdem sie mich mit drei Folgen “Super Wings” gefoltert haben. Das ist das weit schlimmere und vor allem nachhaltigere Übel, was Merlin neben dem Infekt von seinem kleinen Cousin geerbt hat! Merlin geht es mittlerweile viel besser und auch der Cousin hat sich erholt.

Mein persönlicher Chaosfaktor (von fünf ⭐️): ⭐️⭐️

Wir Kern-Kleinfamilien sind es nicht mehr gewöhnt, auf viele Menschen Rücksicht zu nehmen. Wir sind so in unserer heimisch-heimeligen Kommunikationsblase gefangen, dass es nicht leicht fällt, den Blick in Richtung eines größeren Kollektivs über mehrere Tage hinweg zu weiten. Ich habe viel gelernt in diesen Tagen. Es ist kein Widerspruch, gut für sich zu sorgen und sich dennoch für die Belange einer größeren Gemeinschaft einzusetzen. Es gibt halt etwas zwischen “einer für alle, alle für einen” und “ich bin nur für mich und meine Kernfamilie verantwortlich”. Es ist nicht leicht, diesen Weg zu finden. Für mich ist es der Königsweg und ich möchte ihn auch kommendes Jahr mit meiner Familie üben.

Wochenmotto?

Nur wer einen Schritt zurück tritt und sich aus dem Zentrum nimmt, kann die Not eines anderen Menschen erkennen und muss sie nicht persönlich nehmen.

Wofür ich dankbar bin?

Dass wir uns als Familie mit all unseren Verstrickungen getraut haben, eine Woche Zeit miteinander zu verbringen. Es war nicht einfach, aber es war oft leicht, als wir uns auf das Wichtigste konzentriert haben: auf die Verbundenheit. Hat mich irre geflasht.

Was mich traurig gemacht hat?

Ich erfuhr, dass ein für mich wichtiger Mensch gestorben ist. Ich beginne es erst jetzt zu realisieren. Ja, mich hat lange nichts trauriger und nachdenklicher gemacht.

Lieblingsmoment?

Eine Umarmung

So richtig peinlich?

Da kommt was zusammen, diese Woche…

Worauf ich mich freue?

Auf meinen kleinen Neffen. ❤️

Kinderzitat der Woche

Merlin, rufst du mal den Fahrstuhl? – Faaaaaaahrstuuuuuhl!

Tipp der Woche

Wer nach einer neuen Sportart Ausschau hält, könnte es, zumindest im Winter, mit Langlauf probieren. Für mich war es eine Offenbarung, als ich das erste Mal auf den langen Brettern stand: Meditation, Koordination, Krafttraining, Naturerlebnis. All inclusive. Du meinst, Langlaufen sei langweilig? Probier’s aus. Die SZ hat tolle Loipen-Ziele rund um München zusammengestellt und im Gegensatz zur Skiabfahrt relativ günstig.

News & Ausblick

Willkommen zurück im Blogwohnzimmer! Auch wenn ich für’s erste nur abends nach Feierabend blogge und am neuen Konzept und Kleid feile: Ich versuche weiterhin, euch zwei Mal wöchentlich mit Posts zu versorgen. Nach wie vor geht es hier im Blogwohnzimmer um Wege, innerhalb der Familie gemeinsam zu wachsen, Muster zu hinterfragen und zu heilen. Vor allem geht es um Freude. Ohne die wichtigste Zutat schmeckt weder der virtuelle Kaffee noch sitzt es sich bequem zum Lesen, Austauschen und Kraft tanken. Eine Bitte habe ich: Wenn ihr euch im Blogwohnzimmer nicht mehr wohlfühlt oder euch etwas fehlt, verratet’s mir.

Deine Wünsche und Interessen bestimmen maßgebend mit, welche Themen ich wähle und aus welcher Perspektive heraus ich sie beleuchte. So let me know!

Next RiskyPost?

Im Blog bleibe ich noch ein bisschen auf der Piste. Damit ihr eure Lektionen nicht wie wir direkt im Winterurlaub lernen müsst, habe ich alles aus unserer Sicht Wissenswerte vom Skikurs für Kids bis hin zum Equipment aufgeschrieben. Der Artikel erscheint nächste Woche. Du hast spezielle Fragen zum Thema Winterurlaub und Skifahren mit Kindern? Her damit. Ich beantworte sie gern persönlich.

Risky Week 03 – Familie feiert im Hubenhof das Leben
Well, feiern können wir. Danke, Familie!❤️

Wie ist dein neues Jahr angelaufen? Wie war deine Risky Week 03 ? Habt ihr schon Familienurlaub gemacht oder könnt ihr auf Winterferien verzichten? Ich bin gespannt, welche Skigebiete ihr für Familien empfehlen könnt. Lasst uns eine Sammlung starten – seid ihr dabei? Ab mit euren Geheimtipps in die Kommentare. Danke, ihr Lieben, ich freue mich drauf.

Ich wünsche euch eine schöne Woche – mit ordentlich Schnee & Sonnenschein.

Eure RiskyMum Tanja

Tanja Conrad

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