Wochenbett - auch für Papa

Das Wochenbett war für mich eine der berührendsten Zeiten meines Lebens. Warum das so war und wie wir es erlebt haben, verrate ich dir in meiner Liebeserklärung. Inklusive Tipps und Informationen für dein individuelles Wochenbett und eine Checkliste zum Ausdrucken.

Was ist das Wochenbett?

Eigentlich wollte ich das pinke Sofa unter der Dachschräge die nächsten Wochen nicht mehr verlassen. Alles lag bereit für die Hausgeburt. Die Hebamme stand in den Startlöchern, wir hatten vorgekocht. So stellte ich mir Wochenbett vor. Es kam anders.

Wochenbett per Definition

Als Wochenbett werden die ersten sechs bis acht Wochen nach Ende der Geburt des Kindes bezeichnet. Es ist die Zeit, in der sich das Baby an seine neue Umgebung anpasst und die Mutter die Veränderungen durch Schwangerschaft und Geburt psychisch wie physisch (Rückbildung) verarbeitet.

Warum Wochenbett?

Die Geburt eines Kindes ist nach der Pubertät das einschneidendste Erlebnis im Leben eines Menschen. Warum das Wochenbett 8 Wochen dauert oder dauern kann, ergibt sich genau daraus: Wir brauchen Zeit, um uns an das neue Leben zu gewöhnen, das über Nacht plötzlich zu uns gehört.

Den akribischsten Vorbereitung zum Trotz: Wie sollen wir uns auf etwas vorbereiten, dass weder greif- noch berechenbar ist? Im Wochenbett haben wir die Chance, uns auf diese Veränderung einzulassen. Wir können die Geburt verdauen, wie auch immer sie verlaufen ist. Aus einem Paar werden Eltern. Aus der Frau eine Mutter, aus dem Mann ein Vater. Und das Paar gibt es auch noch! Um sich zu sortieren, die neue Familienstatik zu erfühlen – dafür brauchen wir das Wochenbett.

Unsere Geburt – so gar nicht nach Plan

Wir hatten uns eine Hausgeburt* gewünscht. Bei einer komplikationslosen Schwangerschaft ist das auch für Spätgebärende kein Problem.

Daraus wird leider nichts. 24 Stunden nach Blasensprung hatte ich noch immer keine produktiven Wehen. Merlin hielt sich, wie 96% der Babys, nicht an medizinische Wahrscheinlichkeiten. Er schlüpfte drei Wochen zu früh. Hätte er es noch ein bisschen eiliger gehabt, wäre er mit drei einhalb Kilo original als Frühchen eingestuft worden.

Auftakt zum Wochenbett

Am dritten Tag nach der Geburt im Krankenhaus (Wir empfehlen Familienzimmer!) packten wir Sohn und Sachen und fuhren nachhause. Ich spüre jetzt noch die Vorfreude auf das neue Leben zu dritt. Merlin schrie kaum, er  war ein zufriedenes Baby, hatte wenig Anpassungsschwierigkeiten. Trotz 2 Tagen und 2 Nächten Geburt.

Ich will Wochenbett mit allem Drum und Dran!

Zuhause in meinem kleinen Zimmer fiel ich endlich wieder auf mein Pinkes Sofa. Das klappten wir die nächsten 8 Wochen nicht mehr zu. Warum auch? Ich will Wochenbett, mit allem Drum und Dran!

Wochenbett – Merlin kuschelt mit Mama

Wochenbett – Körperkontakt ist das wichtigste

Wochenbett in München 

Ich habe viel über das Wochenbett gelesen und in den Vorbereitungskursen gelernt. In München empfehle ich die Wochenend-Vorbereitungs-Kurse für Paare im Elternzentrum der Taxis-Klinik in Neuhausen und die der Uniklinik Maistraße. Ich habe mir sagen lassen, dass auch die Elternschule des Klinikums Dritter Orden tolle Kurse anbietet – dort wurde Merlin auf natürlichem Weg geboren.

Nach 10 Tagen ging’s zum ersten Mal dreisam ins Café. Liebe Münchner Eltern, kennt ihr mein Favourite – das Caffé Hausbrandt (Kaffe • Espresso & Barista) in Neuhausen? Es ist traumhaft, inmitten herrlichstem Vintage noch herrlicheren Kaffee zu schlürfen. Und Merlin schläft! Zwischendurch stille ich ihn und nach einer Stunde wollen wir – zurück auf mein Sofa.

Wochenbett ins Café verlegt

Wochenbett ins Café verlegt

Wie Wochenbett verbringen – back to the roots, aber adaptiert

Für mich waren diese Kurse & Bücher die perfekte Einstimmung. Ich will, wie es Naturvölker bis heute tun, mein Wochenbett zelebrieren. Selbstverständlich personalisiert, auf meine Bedürfnisse zugeschnitten.

Besonders hilft mir, dass

  • Andreas 3 Wochen frei nimmt
  • unsere Hebamme uns wunderbar unterstützt
  • die Hunde im alternativen Paradies untergebracht sind
  • wir oft essen bestellen oder Andreas kocht
  • vorkochen nicht vergessen wurde (Suppe ist toll)
  • ich nichts muss
  • die Küche an mein Zimmer anschließt
  • wir eine Federwiege* für Merlin haben
  • Merlin mit in unserem Bett schläft
  • Freunde in der ersten Woche Kuchen und kleine Geschenke vor die Tür stellen
  • ich die tollsten Freunde habe
  • alle Utensilien gut vom Bett aus erreichbar sind
  • dass ich tolle Bücher zum Lesen habe
  • wir eine Woche ohne Besuch bleiben, um einander kennenzulernen
  • ich auf viele Tipps von tollen Frauen gehört habe
  • Schnuller und Flasche schnell zum Einsatz kommen – so kann Papa mit stillen (Bindung) und Mama bekommt Schlaf
  • wir kleine Ausflüge machen
  • wir dosiert Besuch bekommen, der immer etwas zu essen mitbringt
Wochenbett – Merlin in der Federwiege

Nicht nur im Wochenbett eine sensationelle Sache: Die Federwiege

Von innerer, vergessener Freiheit

Die kommende Woche stand ich nur auf, wenn ich ins Bad wollte. Andreas schmiss den Haushalt und wickelte Merlin (meine erste Windel wechselte ich nach 2 Wochen). Den Rest der Zeit chillten wir gemeinsam auf der Couch.. Es passiert … nichts.

Das erste mal in meinem Leben habe ich das Gefühl, dass die innere Peitsche, die mich antreibt, Ruhe gibt. Ich muss nichts. Ich muss nichts müssen.

Mir wurde erst jetzt klar, wie sehr ich unter dem Diktat dieser innere Peitsche litt. Die Leichtigkeit, die ich während des Wochenbetts spürte, war paradiesisch.

Wir wollen einander kennenlernen

Die erste Woche wollten wir keinen Besuch. Wir wollten einander kennenlernen, wissen, wie sich die neue Familienstatik anfühlt. Was für eine wundervolle Idee! Es gibt nur die Besuche unserer Hebamme Frau Huber, die uns unterstützt und nie bevormundet hat.

Ich komme immer gern zu Ihnen. Die Stimmung ist so entspannt und fröhlich!

Sie hatte immer Zeit für uns. Am 3. Tag zeigte sie uns, wie wir unser Baby baden können. Es gäbe Wasser- und nicht Wasserkinder, sagte sie – Merlin war definitiv ein kleines Fischlein!  Einmal kam sie auch abends um 11, als ich Sorge um sein Bäuchlein hatte. Sie war immer da, wenn wir sie brauchten.

Rückbildung vor allem durch Ruhe

Die Rückbildung geht rasend schnell. Ruhe, die komplette Entlastung des Beckenbodens und  leichte Rückbildungsgymnastik haben geholfen. Frau Huber war jedenfalls zufrieden. Merlin nahm beständig zu. Komisch – da habe ich Unmengen an Büchern verschlungen, aber übers Stillen war keines dabei. Irgendwie war ich mir sicher, dass es funktionieren würde. Und das tat es.

Denke daran: Es heißt WochenBETT, nicht Wochensessel oder Wochenlauf.

Noch mehr Infos zum Stillen und zur Babyzeit findest du im Blog Lalemie von Steffi und Sebastin.

TIPP Lass‘ dir von deiner Hebamme erste Rückbildungsübungen fürs Wochenbett zeigen. Dafür musst du nicht mal aufstehen. Ab sechs Wochen nach Geburt kannst du mit Gymnastik in Rückbildungskursen beginnen. Die tun nicht nur dem Beckenboden gut, sondern auch dem psychischem Gleichgewicht.

Trial and Error

Ich habe kein einziges Mal geprüft, wie viel Merlin trank. Wir stillten ihn nach Bedarf und das konnte auch schon mal stündlich sein. Natürlich lief nicht alles reibungslos. In solchen Momenten erinnerte ich mich gern an einen japanischen Papa. Um sein Kind anzuziehen, hängte er es Kopfüber und gab sein Bestes, den den völlig entspannten Jungen in den Schlafanzug zu falten. Baby-Origami! Moral von der Geschicht‘: Es gibt viele, ungeahnte Wege. Trial and error. 

Ausgehzeit

Nach einer Woche ist zum ersten mal Ausgehzeit. Die Mutter einer meiner Liebsten feierte Geburtstag. Ich freute mich auf die Menschen, das Grün und die Bäume im Garten. Sicher gibt es Musik! Und gutes Essen! Es gab von allem reichlich. Mein Baby fand Autofahren in der Sitzschale total cool. Und im Schatten den tanzenden Blättern zuschauen, auch.

Wochenbett – Merlin schläft in seiner Sitzschale

Schlafbaby beim ersten Ausflug – trotzt Livemusik im Garten

Mama on Drugs

Durch diese unerwartete Leichtigkeit in Kombination mit meiner Hausdroge Oxytocin (nur getoppt durch das Schwangerschaftshormon Progesteron), war ich bis zur Schädeldecke euphorisiert. Nach ein paar Stunden und musikalisch begleiteten Stilleinheiten auf der Gartenliege war’s dann auch genug.

Auftakt Attachment Parenting

Wir genossen die Ruhe. Merlin trank gut, wir kuschelten und halfen ihm dabei, sich in der neuen, kalten Welt zurechtzufinden. Gegen den Rat all meiner Ratgeber schlief er zwischen Andreas und mir auf einem Meter vierzig. Eigentlich ein Unding für mich – so wenig Platz! Aber ich finde es köstlich. Attachment Parenting pur.

In den ersten Wochen bin ich minütlich aufgewacht aus Sorge, ich könne doch auf ihn rollen. Es passierte nie. Wenn er (Kuschel-)Durst bekam, konnte ich ihn gleich zu mir holen. Natürlich war das anstrengend. Im Nachhinein würde ich mich für ein Beistellbett* entscheiden, wie wir es auch im Krankenhaus hatten.

Wochenbett – Merlin und Mama

Wie es dir gefällt, Baby …

Vom Glück des vernebelten Intellekts

Das stille Sofaglück haben nur gelegentliche Besuche, kleine Spaziergänge und Frau Huber aufgemischt. Nichts leisten, in nichts gut sein zu müssen, einfach herrlich. Ich hätte auch in gar nichts gut sein können. Dichter Dauernebel hielt meinen Kopf fern von Sorgen oder Ängsten. Köstlich.

Den Schlafmangel habe ich übrigens problemlos weggesteckt. Es hilft, ihn zu akzeptieren und nicht dagegen anzukämpfen. Ich schwamm einfach auf der Welle, wie sie kam.

Lesesehnsucht erwacht – Merlin auch.

Nach zwei Wochen fallen mir die vielen Bücher wieder ein, die verführerisch auf meinem iPad mit Kindle-App auf mich warten. Leider nehmen Merlins Schlafphasen ab – wie kann das denn sein?! Alle haben gesagt, ich hätte am Anfang Unmengen Zeit für mich! War dieser Anfang etwa schon zu Ende? Ja, für mich ist Merlins anfängliches Dauerschlummern bereits das Glockengeläut fürs Ende der Besinnlichkeit. Ich nehme auch das an und denke wieder an den japanischen Papa. Was könnte hier helfen? Wir besorgen uns eine Federwiege* und machen einen Ausflug zu Kinnings, meinem Kinderladen des Vertrauens in München. Dort erstehen wir die Babytrage Manduca*, die mir eine Freundin empfohlen hat.

Ups …

Es ist berückend zu beobachten, wie der kleine Mensch, der mich nicht wenig an Wilmas blinde, hilflos-schreiende Hundewelpen erinnert, langsam er-wacht. Er beginnt das Köpfchen neugierig zu drehen, mich anzusehen und zu lächeln.

Irgendwann bemerke ich, dass ich ihn ganz stumm wickele und auf seine Kommunikations-Angebote spärlich eingehe. Ich muss lachen, als mir der Grund bewusst wird: Jahrelang habe ich trainiert, nicht mehr so viel mit meinen Hunden zu sprechen. Ich war erfolgreich! Schönen Dank. Jetzt darf ich nicht nur retour trainieren, sondern muss auch noch, je nach Schutzbefohlenem, unterschiedlich reagieren. Zuviel für mich, eindeutig. Also quatsche ich wieder mit den Hunden. Sie werden’s überleben.

Erster Ämterrundgang

Nach etwa zwei Wochen legen wir öfter eine Sofapause ein. Wir pilgern zum Standesamt, um die Vaterschaft anerkennen zu lassen. Dann zum Sozialreferat, um das gemeinsame Sorgerecht zu zementieren – eine richtig feierliche Zeremonie. Alles, was du dazu wissen musst, findest du im Buch Don’t Worry, Be Mami* und im Blog dazu.

Wir genießen die Herbstsonne im Biergarten und testen die neue Familienstatik – nach vier Wochen kehren nämlich unsere Hundemädchen nachhause zurück. Es braucht Zeit, bis sie sich die Hunde ans Baby gewöhnt haben.

Wochenbett – langsam wird es Zeit, in die Welt zu gehen

 Danke

Trotz des Wiedereinzugs der Bücher und des äußeren Lebens bleibt das stille Glück noch lange mein Begleiter und füllt verlassene Seelenräume. Ich ahne, dass es mir wieder abhanden kommen wird. Und ich weiß, dass ein Teil für immer bleibt als Wegweiser, die anderen verlassenen Räume in Eigenverantwortung zu erkunden und mit Leben zu erfüllen. Danke, Merlin. Danke allen, die das Wochenbett zum Nährboden für ein neues Leben gemacht haben. Das Leben unserer Familie.

Unsere Korb mit den Wochenbett-Highlights:

  • Mama braucht ein Tablet! (ich empfehle das handliche iPad mini* mit mindestens 64 GB Speicher) Damit kannst du schnell etwas recherchieren, deine Ebooks lesen oder anderweitig mit der Welt in Kontakt bleiben oder kommen – wenn du das möchtest
  • Eine riesige Thermoskanne* mit Stilltee* am Sofa – du wirst ständig Durst haben!
  • Ein Telefon in der Nähe (es kann dir immer mal übel werden, etc.)
  • Eine Liste mit den wichtigsten Telefonnummern wunderbarer, hilfsbereiter Menschen
  • Überall Tücherboxen* und Stoffwindeln*
  • Dein Lieblingsobst / Süßigkeiten
  • Hörspiele / Playlists deiner Lieblingsmusik
  • Massageöl* (los, Papa!)
  • Handcreme – die Hände sind oft trocken
  • Wickelzeug (manchmal muss es schnell gehen)
  • Schnuller* – habe ich Merlin einen Tag nach der Geburt angeboten, hat mich beim Dauerstillen gerettet
  • Babyflasche* – zum „Mitstillen“ für Papa
  • Milchpumpe* – Mamas persönliche Freiheit
  • alkoholfreies Weißbier – milchbildend und nahrhaft
  • Gymnastikball* – entspannend für Mama und tolle Einschlafhilfe fürs Baby, wenn ihr darauf wippt. Achtete auf die richtige Größe. Die Hebamme kann da helfen
  • Umstands-Jogginghose- und Jacken – ich hatte diese*
  • Federwiege* und Babytrage* / Tragetuch* – es gibt Kinder, die sich dort am besten beruhigen lassen!
  • Papa und Mama (wenn sie mag) brauchen auch mal einen Tag off – Freunde oder Familie einspannen!
  • Wer keine Unterstützung hat, kann sich an die Organisation Wellcome mit deutschlandweit  250 Standorten wenden (auch in Österreich und der Schweiz verfügbar!) : hier bekommt ihr für wenig Geld Unterstützung für Zuhause. Wir haben es genutzt und sagen Danke an Wellcome und Elisabeth!
  • Yoga- oder Gymnastikmatte* für die ersten Rückbildungsübungen – wenn euch danach ist
  • Stillkissen* – zum Stillen, Schlafen und als Nestehen fürs Baby
  • Stilllicht* – unabdingbar, damit das Anlegen fix funktioniert
  • Ruhe, Ruhe, Ruhe. Ihr müsst nichts. Vor allem keine Erwartungen erfüllen. Ihr dürft mit eurem Baby sein. Mehr nicht

Wochenbettromantik – nur ein Teil der Wahrheit

Neben all dem Rosarot gibt es auch graue bis tiefschwarze Aspekte des Wochenbetts. Am härtesten trifft es Familien, in denen die Mutter an einer Wochenbettdepression leidet. Das ist eine ernst zu nehmende Krankheit, die behandelt werden muss. Wenn ihr bemerkt, dass ihr nach der Geburt niedergeschlagen seid und euch nicht so richtig auf euer Baby einlassen könnt, ist das nicht  eure „Schuld“, sondern ein Indiz dafür, dass ihr professionelle Hilfe braucht. Wie ihr den Unterschied zwischen Babyblues und echter Wochenbettdepression erkennt, lest ihr in Baby und Familie.

Wochenbett-Sorgen

Zu den natürlichen Dingen wie hormonelle Umstellung, Unsicherheiten im Umgang mit dem Baby, Schlafmangel, Nachwehen, schmerzender Brüste und Wochenfluss kann es zu weiteren Problemen kommen. Ein Schreibaby, Infektionen, die mit Fieber einhegenden und Schmerzen nach Kaiserschnitt sind nur einige.  Auch, wenn mich davon wenig betraf, habe ich einen ganz einfachen Tipp:

Sucht euch früh Hilfe, wenn ihr ein Problem, eine Frage oder drängende Sorgen habt. 

Kinderarzt, Gynäkologe, Hebamme, Telefonseelsorge, Diakonie, Profamilia und Schreiambulanz sind zuverlässige Ansprechpartner. Sie unterstützen euch, nehmen eure Sorgen ernst behandeln sie streng vertraulich. Telefonnummern findet ihr in meinem Artikel Hauptsache, die Zähne sind gesund.

Der Mann im Wochenbett

Aus männlicher Perspektive fühlt sich das Wochenbett anders an als aus mütterlichen Sichtweise. Männer können wickeln, kuscheln und tragen. Aber sie können nicht stillen. Diese tiefe Verbindung zwischen Mutter und Kind kann zwischen Mann und Mutter-Kind einen Graben entstehen lassen. Der Mann fühlt sich vielleicht ausgeschlossen, zum Serviceelement des Wochenbetts degradiert. Die Mutter konzentriert sich  zumeist vollständig aufs Kind. Was soll er tun?

Eigene Lösungen finden

Wir haben dafür eine ganz eigene Lösung gefunden. Schon am dritten Tag habe ich Milch abgepumpt und RiskyDad hat Merlin aus der Flasche gefüttert. Für mich bedeutete das viel extra Ruhe und ich konnte schon früh ganze Nächte durchschlafen. Bis heute schläft Merlin am Wochenende bei Papa. Warum das nötig ist? Weil wir bedürfnisorientiert, also auch mit Einschlafbegleitung, erziehen. Macht euch keine Gedanken um die sogenannte „Saugverwirrung“. Die konnte bis heute nicht eindeutig belegt werden. Versucht einfach verschiedene Flaschen, wenn es mit dem ersten Modell nicht funktioniert. Auch stimmt es nicht, dass durchs Abpumpen wesentlich mehr Milch produziert wird. Probiert es aus. Eine gute Hebamme hilft euch, euren eigenen Weg zu finden. Aber – manche Babys verweigern die Flasche erst einmal kategorisch. Dann braucht ihr Geduld.

Für einen Mann kann es ein tolles Gefühl sein, allein für sein winziges Baby sorgen zu können, es allein durch die Nacht zu bringen.

… Und wir Mütter lernen so, die Väter ihren eigenen Weg mit ihren Babys finden zu lassen. Das fällt nicht immer leicht – wie war das mit dem Origami-Papa? 😉

Loslassen ist ein Prozess. Für uns war es gut, ihn früh zu beginnen.

Merlin schläft auf Papas Schoß

Und zack, eingeschlafen. Das funktioniert auch bei Papa!

Links zum Thema Wochenbett:

Kleine Bücherauswahl fürs Wochenbett

TIPP Manchmal ist es ganz angenehm, auch mal babyrei zu nehmen – vielleicht im Café mit einem feinen Roman, in dem garantiert kein Baby vorkommt? Eine kleine Empfehlung gibt es hier*. Ob ihr das aushaltet? 😉

[/vc_column_text][vc_column_text]Das Wochenbett ist so einzigartig wie jede Familien-Konstellation. Wir haben versucht, den natürlichen Lauf nicht zu stören. Das ist uns mal mehr, mal weniger geglückt. Wie war es bei euch? Was wünscht ihr euch für euer Wochenbett? Ich freue mich über eure Geschichten, Fragen und Anregungen per Mail oder im Kommentar. Unsere Wochenbett Checkliste zum Ausdrucken könnt ihr hier herunterladen. Mehr zum Wochenbett lest ihr in Nach der Geburt – nehmt euch Zeit.

Ich wünsche euch ein zaubervolles, ganz auf euch zugeschnittenes Wochenbett. Alles Liebe!

Eure Tanja

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