Klimaschutz – warum der wahre Komfort im Verzicht liegen wird

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Klimaschutz und Klimawandel waren für viele lange abstrakte Begriffe. Seit die Erderwärmung Pole schmelzen lässt und die Sonne auch deutsche Ernten und damit Existenzen bedroht, denken einige um. Andere bleiben Shampooflasche, Flugticket und Drogerie-Deo treu. Warum das so ist und weshalb diese Menschen am Ende die Verlierer in Fragen Komfort und Selbstbestimmung sein könnten?

Neulich erklärte mir jemand, er könne auf keinen Fall auf Drogerie-Deo verzichten. Also, auch diese Holzzahnbürsten seien so gar nicht die Sache der Person.

Mit Shampoostücken komme ich einfach nicht zu recht.

Wer braucht schon Klimaschutz?

Als dann noch die Rede auf die unzuverlässige Deutsche Bahn kam, gab ich auf. Was sollte ich noch sagen? Auch wenn der Vergleich unfair ist und hinkt: Mich erinnerte das an Greta Thunbergs lakonische Bemerkung, sie habe Mister Trump nichts zu sagen. Der höre nicht auf die Stimmen von Wissenschaft und Forschung. Daher wolle sie ihre Zeit lieber nicht verschwenden.

Klimaschutz – die Macht der Gewohnheit

Menschen sind merkwürdige Kreaturen. So unterschiedlich wir auf den ersten Blick sein mögen, so ähnlich sind wir, wenn es unseren Bedürfnissen, Gewohnheiten und Besitztümern an den Kragen geht. Und da es immer einen Schuldigen geben muss: Unser Stammhirn trägt einige Verantwortung an der Misere. Der geschichtlich älteste Teil unseres Denkapparats ist dafür zuständig, auf unbewussten Wegen unser Überleben zu sichern, uns vor elementaren Gefahren zu schützen. Es hat auch seine Ventrikel und Windungen im Spiel, wenn wir Gewohnheiten partout nicht abstellen (können). Wie ein Agent spült es unbemerkt eine Fülle unfassbar fantasievoller Überlegungen, Erklärungen und Rechtfertigungen in unsere unbewusste Denke. Das soll uns dazu bringen, die Plastikzahnbürste eben nicht gegen die Holz- oder Bambusvariante einzutauschen.

Wat der Bauer nich’ kennt, dat frisst er nich’.

Nur die halbe Wahrheit

Es wäre unfair, die Verantwortung für langsames Handeln in Richtung Klimaschutz nur dem Stammhirn in die nicht vorhandenen Schuhe zu schieben. Sein Gegenspieler, der Neokortex, hat ebenso Mitspracherecht. Der ist, sehr vereinfacht, fürs bewusste Denken, Planen und Bewerten zuständig. Je nachdem, wie gut dieser Teil des Gehirns entwickelt werden konnte, sind wir in der Lage, uns bewusst für eine neue Gewohnheit oder Richtung in unserem Leben zu entscheiden. Was kindliche Bindung damit zu tun hat, liest du hier. Über weitere Gründe, warum wir uns so wenig bewegen, obwohl die Folgen des Klimawandels unsere Existenz bedrohen, erklärt Spiegel Online.

Ursachen des Klimawandels im Kopf

Neben dem ganzen Theater im Oberstübchen ist vor allem eine verantwortlich für die Bereitschaft, Stromer gegen Diesel; Duschgel gegen Seife zu tauschen oder eben nicht: Es ist die ganz eigene Perspektive eines Menschen, die sich aus seinem Lebensweg ergibt. Jemand vertraute mir an, dass er keine Familie haben kann und aus diesem Grund Fernreisen mache. Eine andere verriet, dass sie während ihrer Kindheit materiellen und seelischen Mangel erlitten hat und sie erst einmal satt werden müsse, im übertragenen Sinn.

Hirnfunktionen, Perspektiven und Gefühle: Seit ich diese Zusammenhänge für mich geklärt habe, missioniere ich weniger. Stattdessen lade ich die Menschen in meinem Leben wortlos und möglichst nur durch Vorbild ein mitzuspielen.

Was Klimaschutz mit Spiel und Freiheit zu tun hat

Spätestens seit der Neurowissenschaftler Gerald Hüther das Offensichtliche bewiesen hat wissen wir:

Freiwilliges, selbstvergessenes Spielen ist ein angeborenes menschliches Bedürfnis und die effizienteste Art zu lernen.

Ich spiele auch, wenn ich neue Rezepturen für Waschmittel ausprobiere, scheitere und einen neuen Versuch wage. Lotterie haben wir gespielt, als wir glauben, Gurken zu pflanzen und Zucchini ernteten. Eines meiner Lieblingsspiele heißt übrigens Gelber Sack – schaffen wir es, zwölf Wochen mit nur einem auszukommen? Das nachhaltigste und befriedigendste Spiel ist für mich die Suche nach Antworten:

Was brauchen Menschen eigentlich, um sich auf Klimaschutz einzulassen?

Klimaschutz kann, als Spiel begriffen, von Herzen glücklich machen. Es verleiht Sinn, gibt Hoffnung und, das wichtigste, es gibt uns das Gefühl, etwas bewirken zu können. In der Psychologie nennt man das Selbstwirksamkeit. Dieses Gefühl, etwas zustande zu bringen, aus sich heraus zu können, lässt schon die Kleinsten in Extase geraten.

Das Gefühl von Freiheit – warum Klimaschutz wichtig ist

Ich selbst fand übrigens Bambuszahnbürsten absolut furchtbar. Jedes Mal, wenn ich mir diesen rauhen Ast in den Mund schob, musste ich würgen. Ich dachte: Daran gewöhne ich mich nie. Dann, kurzer Check-up: Was bedeutet diese fiese, kleine Unbequemlichkeit eigentlich im Vergleich zur Wichtigkeit von Umweltschutz? Ungefähr nichts. Ich habe also eine Entscheidung aus freien Stücken getroffen. Ich benutze die jetzt, bis ich mich dran gewöhnt habe. Punkt. Eine Woche später war das erledigt.

Wenn irgendwann qua Gesetz komfortverheißende Zahnbürsten, To-Go-Becher und Plastiktüten verboten werden, wird das mein Leben kaum tangieren. Das von Menschen, die sich weniger für Naturschutz interessieren, schon.

Klimaschutz ist Komforzonenschutz

Wer darauf wartet, bis Gesetzte klimaschädigenden Gewohnheiten den Garaus machen, wird urplötzliche aus dem Komfortparadies vertrieben. Ein Gefühl von Zwang, Ohnmacht und Verunsicherung könnte Menschen überkommen, die keine Zeit hatten, sich auf massive Änderungen einzustellen. Die Folgen des Klimawandels sind derart offenbar, dass Gesetze wie Steuern auf Fleisch oder Kerosin, Diesel-Fahrverbote oder das Verbot von Plastikgeschirr kommen werden. Für die Greenhorns beginnt an dieser Stelle der Komfort. Sie müssen wenig ändern, haben Erfahrung und gewachsene Strukturen und wissen, wo sie den Stromer speisen, die besten und günstigsten Unverpacktläden finden. Sie müssen keine Quetschies gegen echtes Obst austauschen oder nach der passende Seife zum Duschen fahnden. Ja, das sind Kleinigkeiten. Und es sind viele Kleinigkeiten, die meines Erachtens nach in der Summe Stress bedeuten werden.

Klimaschutz-durch_Schnittlauch_im_eigenen_Garten
Die Freiheit den leckersten Schnittlauch in Town zu genießen – das ist für mich bereits Klimaschutz

 

Klimaschutz – wie radikal müssen wir uns ändern?

Um Treibhauseffekt und Erderwärmung als Klimawandel Ursachen einzudämmen, brauchen wir vor allem ein Verständnis dafür, wie wir Menschen ticken. Nur der bewusste Umgang mit uns selbst und unseren Kindern wird uns die Option aufs Überleben noch eine Weile offen halten. Jedes freundliche Wort, jede noch so kleine Hilfe für einen anderen Menschen, jedes Mitgefühl ist Ausdruck eines positiven inneren Klimawandels.

Nur wenn es uns gelingt, inneren Werte-Wandel zu vollziehen, kann es uns als Menschen gelingen, gemeinsam für nachhaltigen inneren wie äußeren Komfort zu sorgen. Für alle Menschen.

Wie wichtig ist dir persönlich Klimaschutz? Glaubst du, dass wir unsere Erde retten können? Was brauchen wir, um gut mit unserem Planeten umzugehen?

Ich wünsche dir und euch ein Klima, das euch wachsen lässt, Rückenwind und Raum gibt, euch zu entwickeln. In eurem Tempo, auf eure Art.

Alles Liebe,

Eure RiskyMum Tanja

Klimaschutz – Junge zieht neue Saiten auf eine alte Gitarre
Klimaschutz: Aus Alt mach’ neu – Merlin zieht die neuen Saiten mit Papas Hilfe auf die alte Gitarre vom Flohmarkt

TIPP Hast du Lust bekommen, ein paar neue Plastikfrei-Hacks auszuprobieren? Dann schau’ doch doch mal hier im Blog vorbei.

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Tanja Conrad

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