Zähneputzen mit Kindern: Zahnkobold ist der neue Pokémon!

Zähneputzen mit Kindern

Zugegeben. Ich bin keine Expertin auf dem Gebiet der analogen Jagd auf virtuelle Kobolde. Mein Pokémon-Erstkontakt liegt zehn Jahre zurück. Damals wie heute durchdringe ich die Verheißungen nicht, die aus erwachsenen Menschen, und hier meine Anerkennung, wilde, jagdfiebrige und spielwütige Vierjährige machen. Das ist aber ein anderes Thema. Jetzt erst mal zum Zähneputzen mit Kindern. 


Ich kapriziere mich auf eine Unterart des medialisierten Kobolds, nämlich auf den analogen Zahnkobold. Wie fast alle Eltern bin ich nicht besonders gierig darauf, meinen Zweijährigen morgens und abends dem Ritual des Zähneputzens zu unterziehen. Ziehen, da haben wir das Stichwort. Ich bin nicht gewillt, von meiner Überzeugung, dass Kinder Be- und keine Er-ziehung brauchen, abzurücken. Was ich damit genau meine, liest du hier.

Uaaaaaaooooooooo!

Also habe ich mir ziemlich früh die (dämliche) Sache mit dem Tiger ausgedacht. “Wiiiiiie macht der Tiger? Uaaaaauooo!” Dabei geht die Klappe auf, die Zahnbürste rein und gelegentlich fällt dabei eine Bakterie zum Opfer. Effektiv ist das nicht, Spaß macht es mäßig. Alternative? Ich überlege, wie ich meinem Kind erklären könnte, weshalb es eigentlich tolerieren sollte, dass täglich zwei mal eine Plastikstange in seinem Mund herumrührt. Kurz darauf höre ich Merlin, der mir wie so oft die Lösung meines Problems nonchalant und nebenbei präsentiert, fröhlich flöten:

Huraaaaa, huraaaaa, der Pumuckel ist daaaaa!

Und dann ist auch sie daaaaa, die Erklärung fürs Zähneputzen mit Kindern: “Merlin, lass uns die kleinen Zahnkobolde in deinem Mund jagen, die kitzeln dich doch sonst!” Neugierig rennt der Zwerg ins Bad, schnappt sich das bunte Plastikding (kennt jemand ökologische Alternativen zur Plaste-Zahnbürste??) und öffnet bereitwillig die kleine Luke. “Guck’ mal, da hab ich schon einen Kobold!” zwitschere ich. “Und da! Mund auf, noch einer! Ein blauer! Super! Hast du Lust, selber einen wegzuputzen?” Er hat Lust, schnappt sich den Koboldfänger und bürstet los. “Ich will nicht den Dicken, ich will den roten Dünnen!” raunt er aufgeregt – und ich bin total perplex. Es funktioniert!

Zähneputzen mit Kindern: mit Spaß und ohne Druck 

Es funktioniert meistens. Manchmal sind Merlin andere Dinge wichtiger: der kleine Betonmischer oder der Plüsch-Nemo von Oma Gitti. Dann kann ich Geschichten erzählen, zwitschern und flöten – die Koboldausbeute bleibt mager. Na und? denke ich mir. Zähneputzen ist bei uns kein Spießrutenlauf. Oft haben wir Spaß dabei, lachen und die Zähnchen werden sauber. Manchmal wird gar nichts sauber, nur der Schlafanzug dreckig und manchmal … lassen wir es eben ausfallen. Ich wette, dass Merlin in ein paar Jahren zu denjenigen zählt, die sich die Zähne gern putzen, ohne Theater und große Diskussion.

Rückblick

Ich bin zufrieden mit unserem Zahnbusiness. Selbst der Tiger leistete gute Dienste, solange ich meinem Kind den Sinn der sinnlos anmutenden Aktion Zähneputzen nicht plausibel darlegen konnte. Mit etwas Fantasie und Respekt meinem Kind gegenüber, als Gefühlsplott sozusagen, richtet das Raubtier sicher keinen Schaden an. Die Kobolde gefallen mir dennoch besser: Ob ich Bakterien oder kleine Wichte fange, macht im Grunde keinen Unterschied. Etwas auf Dauer lästiges soll vertrieben werden und wenn das noch zur guten Laune beiträgt – Bingo.

 

Und wer zum  Schluss noch ein paar Hard Facts zum Zähneputzen mit Kindern braucht, wird hier fündig.

 

Wie läuft’s bei euch mir dem Zähneputzen bei den Kids? Und vor allem – welche absurden Dinge habt ihr euch ausgedacht, um  Spaß ins Badezimmer zu bringen? Habt ihr Tipps? 

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Tanja Conrad

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