Hochbeet für Kinder – so funktioniert’s einfach & mit Spaß!

Hochbeet für Kinder – Merlin giesst seine Setzlinge

Ihr hättet gern ein Hochbeet für eure Kids auf Balkon, Terrasse oder im Garten? Nichts einfacher als das – selbst für eine bekennende Garten-Analphabetin wie mich ist es ein leichtes, mit selbst gezogenen Pflänzchen und einem Hochbeet-Baukasten gemeinsam ein Gemüsegärtchen zu zaubern. Wie? Weiterlesen und ausprobieren!

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Gleich mal entzaubert

Wenn ihr jetzt erwartet, dass ich euch fachfrauisch und mit von Begeisterung bebender Stimme von der Köstlichkeit stundenlanger Gartenarbeit vorschwärme, muss ich euch enttäuschen. Ich durchwandere die Natur mit Leidenschaft, aber sobald ich sie umgraben soll, entwickle ich nicht selten psychosomatische Ausprägungen massiver Unlust.

Zwei Lehrer: Merlin & Gerald Hüther

Mein Zaubersohn Merlin untergräbt auch diese Komfortzone und bringt mich tatsächlich auf den Gedanken, gemeinsam mit ihm und seinem kleinen Freund Kristof ein Hochbeet anzulegen. Genauer gesagt war es der Neurowissenschaftler Gerald Hüther, von dem ich gelernt habe, dass Kinder davon profitieren, wenn sie Verantwortung übernehmen, sich um etwas kümmern dürfen – so können sie Selbstwirksamkeit erleben. Ganz nebenbei lernen sie, Dingen und Lebewesen respektvoll zu behandeln.

Spaß soll’s machen

Vor allem aber kann der Bau eines eigenen Hochbeets riesigen Spaß machen, auch einer Kopfuschi wie mir, die das Spielen für sich erst wieder neu entdeckt. Mehr dazu verrät mein Artikel über Kindereigenschaften.

Hochbeet – welches soll’s sein?

Da ich zum “kreativen Tinnitus” neige (mehr dazu erfahrt ihr in der Risky Week 21), meine Ideen und Projekte eher mich im Griff haben als ich sie, bin ich klug und entscheide mich für ein fertiges Beet. Dessen Holz ist bereits behandelt (auf Wasserbasis, selbstverständlich) und muss nur noch zusammengeschraubt werden. Am besten gefiel mir das Hochbeet Floralis* – Preis-Leistung scheint auf den ersten und zweiten Blick perfekt zu sein. Alle nötigen Schrauben und auch die wasserdichte Folie, mit dem das Hochbeet ausgeschlagen wird, werden mitgeliefert. Auf der linke Seite kannst du ein kleines Tischchen hochklappen, um Utensilien abzustellen – genauso praktisch, wie die extra Ablage unter dem Beet. An manchen Stellen ist das weiche Tannenholz etwas abgesplittert. So what. Wir werden es regelmässig nachhölen, fertig.

Männer gefragt

Das ordentlich verpackte Paket kam schnell und ist leider ziemlich schwer! Bei uns hatte keiner so recht Lust, das harmlos erscheinende Ding in den ersten Stock zu bugsieren – ich sag’ nur Papa- oder Nachbarsache, Mamas Beckenboden zuliebe. 😉

Üben ist, wenn du etwas so lange probierst, bis es klappt.

Beim Auspacken macht Merlin schlapp – Unmengen von Paketband müssen von der Verpackung gefriemelt werden, bevor das erste Hölzchen erscheint. “Ich kann das nicht!” maunzt mein Zweijähriger entrüstet. Ich erkläre ihm, was üben ist – und schon legen wir gemeinsam mit vollem Körpereinsatz unser Hochbeet frei.

Schrauben für Papa?

Merlin schraubt die schönen, teakholz-farbenen Bretter und Leisten mit Papa zusammen. Er darf den Akkuschrauber* selbst halten und staunt, wie leicht die Schrauben im Holz versinken. Natürlich könnte ich das auch machen – vielleicht ist es aber für einen Jungen wichtig, solche Dinge mit einem Mann zu tun. Manchmal macht sowas auch Mama. Mehr Gedanken zum Rollenbegriff findet ihr im Artikel Der Junge mit dem blauen Kleid.

Schichtarbeit

Nachdem das Hochbeet innerhalb einer halben Stunde (!) fertig montiert ist, schlagen wir es mit der Folie aus. Das Beet füllen wir mit einem Drittel Gartenschnitt (Äste, Tannenzapfen, Blätter, Grasschnitt etc.). Wer keinen Garten hat, findet diese Zutaten in jedem Wald oder Park. Darauf kommt ein weiteres Drittel biologischer Küchenkompost, der kein Obst oder Gemüse enthält, was nicht in unseren Breitengraden wächst. Südfrüchte zum Beispiel kann unser mitteleuropäischer Boden nicht ohne Weiteres zersetzen, da ihm dazu die entsprechenden Mikroben fehlen. Dass sich das durch die Klimaerwärmung verändern wird, ist eine andere Sache. Unser Kompost enthält neben Obst- und Gemüseresten Eierschalen, Kaffee- und Teesatz. Achtet darauf, dass wirklich alles biologisch ist – zumindest, wenn es euch wichtig ist, Bio-Gemüse zu ernten.

Das Finish

Das letzte, großzügige Drittel besteht aus circa 80 Litern biologischer Hochbeet-Erde. Die lockern und wässern die Kinder eifrig, bevor die Setzlinge eingepflanzt werden. Die haben wir im April im Minigewächshaus* erfolgreich gezogen. Neben den Gurken und Tomaten haben wir noch zwei Paprika-Setzlinge im Gartencenter erstanden – neuerdings geht bei Merlin nichts über Paprika!

Tipp: Nicht alle Gemüsesorten sind sich grün im Hochbeet – hier erfahrt ihr, was ihr zusammen pflanzen könnt. Ihr braucht eine Buchempfehlung zum Hochbeet? Hier* entlang.

Was braucht Ihr für euer Hochbeet?

Wer bepflanzt das Hochbeet?

Nachdem die Kinder mit unserer Hilfe die Setzlinge eingepflanzt haben, kommt das Schönste: Gießen! Da es heute heiß ist, dürfen sie das Beet ordentlich wässern. Am meisten Wasser landet allerdings auf dem Kopf der anderen Kids. Größere Kinder können die empfindlichen Pflänzchen sicher schon selbstständig aus den mit Zellstoff umwickelten Erd-Pads lösen – für unsere Zweijährigen haben wir das lieber selbst übernommen.

Tipp: Ihr könnt den Kindern den Bezug zwischen Pflanzen &Gemüse, das einmal an ihnen wachsen wird, ganz einfach plausibel machen: Während ihr das Hochbeet aufbaut und befüllt, können die Kinder das gleiche Gemüse, das sie bald ernten werden, aus einer Schale naschen. Das motiviert ungemein und gibt tollen Gesprächsstoff.

Hochbeet für Kinder – was beachten?

  • Bereits kleine Kinder ab circa zwei Jahren haben Freude am Hochbeet. Auch, wenn sie das Konzept vielleicht noch nicht verstehen – auspacken, in der Erde wühlen und gießen machen fast allen Kindern Freude. Und das Gefühl, etwas selbstständig zu erschaffen, spüren auch schon die Kleinen.
  • Es macht Spaß, mit mehreren Kindern zu arbeiten – bei einem kleinen Beet wie unserem kann es aber schnell zu Rangeleien kommen, wer jetzt was macht und folglich erheblicher Beulen (so geschehen). Drei Kinder sind das Maximum, wenn ihr als Eltern nicht in Stress geraten wollt. Gilt natürlich nicht für die mit Drahtseilnerven! 😉
  • Überlegt euch genau, wo das Hochbeet stehen soll – gefüllt ist es zu schwer, um es zu repositionieren. Außerdem kann es dadurch instabil werden.
  • An die Garten-Legastheniker, wie ich es bin: Haut einfach rein. Die spezielle Hochbeet-Erde ist entsprechend angereichert, sodass ihr wenig falsch machen könnt. Es geht ums Machen und ausprobieren – die Ernte ist zweitrangig, finden wir.

Wer von euch hat schon ein Hochbeet für die Kids? Was sind eure Geheimtipps für eine entspannte Aussaat & fette Ernte? Erzählt uns von euren Erfahrungen, Wir sind gespannt.

 

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Tanja Conrad

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