Nicola Schmidt: Erziehen ohne Schimpfen – Rezension & Verlosung

Erziehen ohne schimpfen – Nicola Schmidt zeigt, wie's geht

Erziehen ohne Schimpfen – was für eine Herausforderung! Wir haben den Elternratgeber von Artgerecht-Autorin Nicola Schmidt gelesen und  mit der 21-Tage-Challenge zum Buch begonnen. Wie es uns damit geht und was wir vom Buch halten, erfahrt ihr in unserer Rezension. Und gewinnen könnt ihr den Ratgeber auch.

Erziehen ohne Schimpfen – was bietet der Ratgeber?

Im neusten Erziehungsratgeber Erziehen ohne Schimpfen von Nicola Schmidt erklärt die Autorin, warum sich erziehen ohne zu schimpfen und zu schreien ihrer Ansicht nach lohnt. Sie nennt Gründe, weshalb Eltern oft gegen die eigene Überzeugung zu verbaler Gewalt, Erpressung und Manipulation greifen. Schmidt zeigt Wege auf, wie sich Eltern aus diesen Mustern lösen können, die nach Auffassung der Autorin nur zum Teil in ihnen wirken. Einen anderen Teil vermutet sie in der Art, wie wir heute Familie leben.

Abenteuer statt Rezepte

Nicola Schmidt verliert keine Zeit, keine Zeile. Bereits das Vorwort verrät, worum es auf den folgenden 170 Seiten geht. Und es geht garantiert nicht um Tipps und Tricks, wie wir unsere Kinder zum Funktionieren und Laufen bringen. Es geht viel mehr um alternative Wege des Umgangs, um Verstehen, wie wir ticken und in erster Linie um Verbindung und Leichtigkeit.

Wie machen wir es uns leicht?

Ja, wie machen wir es uns leicht, wenn es doch so schwierig sein kann, Kinder bedürfnisorientiert zu begleiten? Nicola Schmidt zeigt, wie wir uns zuerst um unsere Bedürfnisse kümmern können. Nur so versetzen wir uns in die Lage, wirklich für unsere Kinder da zu sein. Dieses Prinzip ist denen geläufig, die sich mit Gewaltfreier Kommunikation (GFK*) auskennen. Und allen, die schon mal geflogen sind: Wenn die Flugbegleiter*innen lächelnd dazu auffordern, erst sich selbst bei Druckabfall die Sauerstoffmaske aufzusetzen und dann den anderen, wird die Sache klar.

Steinzeit-Schlendrian?

Unsere Vorfahren hätten sicher nicht gezögert, sich die Sauerstoffmaske zuerst aufzusetzen oder sich vor dem Stillen selbst satt zu essen. Nicola Schmidt ist sich aufgrund der aktuellen Forschungslage sicher: Chronischer Stress, Überforderung und Einsamkeit gehörten nicht zu den Sorgen der Steinzeit-Ahnen. Vermutlich haben sie nicht mehr als vier Stunden pro Tag gearbeitet und die Kindererziehung oblag der ganzen Sippe. Folglich sind Kleinfamilien evolutionsbiologisch einfach nicht vorgesehen. Menschen sind also nicht dazu gemacht, mit nur ein oder zwei Bezugspersonen aufzuwachsen. Und sie sind auch nicht dafür gemacht, sich rund um die Uhr allein und ohne Unterstützung um ein Baby zu kümmern.

Forscher treten mittlerweile vehement dem Mythos entgegen, dass unsere Vorfahren ein hartes Leben geführt und bis zur Erschöpfung gearbeitet hätten.

Nicola Schmidt erklärt im Einzelnen, wie wir uns das Leben wieder so einrichten können, dass es unserer Art entspricht: ohne dauerhaft das Gefühl zu haben, nie fertig zu werden, überfordert und gestresst zu sein. Fakt ist: Wir können nur liebevoll und emphatisch reagieren, wenn unser Hirn nicht gerade im Überlebensmodus tickt. In diesem Moment nimmt das Gehirn, so Schmidt,  selbst ein schreiendes Baby als Bedrohung wahr, als ob es ein hungriger Tiger wäre. Mit diesem für mich bewegenden Bild macht Schmidt klar, wie das Stammhirn, der älteste Teil unseres Gehirns, unsere Sehnsucht nach Harmonie torpedieren kann.

Ein Kind nicht zu schimpfen kann die Welt verändern.

Tipp Im Artikel Großfamilie 2.0 erzähle ich, wie das bei uns so aussieht. Denn auch ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir einander brauchen, um tiefe Freude, Zufriedenheit und Glück zu spüren.

Hilfestellung in klein und in groß

Nicola Schmidt bietet neben ihren Büchern eine ganze Reihe Game Changer an. Ihre Artgerecht-Projekte unterstützen Eltern, bedürfnisorientiert in der Familie zu leben und zu kommunizieren. Als Einstieg bietet sich die (fast) kostenlose 21-Tage-Challenge an. Du holst dir den Challenge-Newsletter, liest das Buch (hier die Kosten) und trittst vielleicht der gleichnamigen Facebook-Gruppe bei.

Damit wir eine Gewohnheit ändern oder neues Verhalten lernen, müssen wir den neuen Weg eine Weile lang sehr bewusst einüben – bis er dann zur neuen Gewohnheit wird.

Ich habe mich mit dem Mann auf den Weg gemacht, Wut, Manipulation und Druck aus unseren Beziehungen verschwinden zu lassen – so wie das Plastik aus unseren Schränken. Auch wenn die Sache mit dem Plastik anstrengend ist und immer wieder Konflikte erzeugt – es ist für uns nichts im Vergleich zur selbstgestellten Aufgabe, die komplette Verantwortung für unsere Gefühle zu übernehmen, um sie nicht mehr ans Kind durchzureichen. Das tun wir nämlich, wenn wir uns nicht um uns und unsere Gefühle kümmern.

Die 21-Tage-Challenge – go for it!

Gestern flatterte die erste der insgesamt 25 Don’t-schimpf-Mails ins Postfach. Wir sind gespannt, was uns erwartet, welche Aufgaben wir in den Mails finden und wie oft wir von vorn beginnen. Denn das ist der Deal: Wer schimpft, geht zurück auf Start. Jetzt machen wir uns erstmal an die Liste mit den häufigsten Schimpf-Situationen und bereiten uns mit Nicolas Emails 4 Tage lang auf die Challenge vor. Wie es weitergeht, könnt ihr bei Instagram erfahren. Dort posten wir ab Montag, den 9. März täglich ein Update. Über Mitmacher*innen freuen wir uns!

Kann das Buch etwas verändern?

Warum Nicola Schmidt Erziehen ohne Schimpfen geschrieben hat, ist klar: Nur wenn wir Zusammenhänge, Gründe und Muster verstehen, die uns lieblos und scheinbar ohne Empathie mit unseren Kindern (und uns!) umgehen lassen, können wir unser Verhalten nachhaltig ändern. Sicher ist: Der Weg ist lang, denn er betrifft uns als Individuen und als Gesellschaft. Wir brauchen einander, um gemeinsam zu lernen und zu wachsen. Wir brauchen Unterstützung und Gemeinschaft als Grundlage einer intakten, artgerecht florierenden Gesellschaft. Nicola Schmidts Buch Erziehen ohne Schimpfen leistet einen Beitrag dazu. Helfen kann der allerdings nur, wenn viele Eltern mitmachen und nicht aufgeben.

Jeden Tag ein bisschen – das gibt eines Tages ein Ganzes.

Erziehen ohne Schimpfen – unser Fazit

Es ist für mich das Gleiche beim Lesen wie beim Essen: Wenn Optik, Haptik und Textur stimmen, der Duft überzeugt und die Farben an einen herrlichen Sommertag erinnern, ja, dann kann das Mahl bzw. Buch als gelungen gelten. Nicola Schmidts Elternratgeber Erziehen ohne Schimpfen macht Lust aufs Lesen, Ausprobieren und aufs Dranbleiben. Gerade durch die 21-Tage-Challenge bekommt es den Charakter eines kleinen Nachschlagewerks und papiernen Freundes, der in fast jede Tasche passt. Mehrfarbige, dem Thema entsprechende Illustrationen machen Lust auf das bindungsorientierte Abenteuer. Fachliche Kompetenz, professionelle Schreibe und Humor haben dafür gesorgt, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Erziehungsratgeber sind eigentlich eher Futter fürs Hirn. Erziehen ohne Schimpfen ist der erste, der mich persönlich berührt hat. Und nur was uns berührt, hat auch Folgen für unser Leben. Daher – klare Kaufempfehlung für Erziehen ohne Schimpfen von Nicola Schmidt.

Über die Autorin von Erziehen ohne schimpfen

Nicola Schmidt hat Politikwissenschaft an der Freien Universtität Berlin studiert und erhielt eine Ausbildung zur Zeitschriften- und Wissenschaftsjournalistin. Sie schreibt als Wissenschaftsjournalistin für Tageszeitungen, Online-Medien und Magazine, am liebsten über glückliche Babys und Kinder. 2010 gründete Schmidt das Artgerecht-Projekt. Es veranstaltet Elternkurse und Elterntreffen in Berlin, Hamburg, Bonn und Bayern. Nicola Schmidt leitet Artgerecht-Camps, wo sie gemeinsam mit Wildnispädagogen artgerechtes Clan-Leben für Familien anbietet. Seit 2012 bildet sie in Deutschland, Österreich und der Schweiz Artgerecht-Coaches aus und ist mit ihren beiden Kindern an einen großen Wald gezogen.

Über das Buch

Titel: Erziehen ohne Schimpfen: Alltagsstrategien für eine artgerechte Erziehung*

Autor: Nicola Schmidt

Verlag: GU

Genre: Sachbuch

Erscheinungsdatum: August 2019

ISBN: 978-3833868566

Format: Paperback, E-Reader, Audio

Tipp Du möchtest noch mehr artgerecht-Input? Dann empfehle ich dir das Standart-Werk* der Autorin und das Geschwisterbuch*.

Hast du auch Lust bekommen auf mehr Familien-Harmonie? Wir möchten auf Instagram gemeinsam mit dir die Prinzipien von Erziehen ohne schimpfen ausprobieren. Bist du dabei? Wir drücken allen Mitspieler*innen die Daumen für die Verlosung und freuen uns, dich hier wieder zu sehen. 

Wir wünschen dir einen wunderbaren Frühling, hab’s gut!

Deine RiskyMum Tanja & Team

Der Lostopf wartet auf dich …

…wenn du:

  • über 18 Jahre alt bist;
  • uns hier einen Kommentar hinterlässt, warum du das Buch Erziehen ohne schimpfen* unbedingt lesen möchtest;
  • und wenn du damit einverstanden bist, als Gewinner*in im Blog-Magazin namentlich genannt zu werden.

Teilnahmebedingungen & Datenschutz

Das Gewinnspiel beginnt bei Veröffentlichung und endet am 16. März 2020 um 00:00 Uhr. Weiteres zum Datenschutz und zu den Teilnahmebedingungen findest du hier.

Wenn du Lust hast, abonniere deine Extra-Portion Familienpost – wir würden uns freuen. Eine Bedingung zur Teilnahme an der Verlosung ist es nicht.

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Mein herzlicher Dank gilt dem GU-Verlag für jeweils ein kostenfreies Rezensions- und Verlosungsexemplar.

Wenn du ein Produkt über einen Affiliate-Link (mit * gekennzeichnet) kaufst, erhalten wir einen Centbetrag, dir entstehen keine Mehrkosten. Danke für deine Unterstützung.

Tanja Conrad

Nach 20 Jahren auf der Theaterbühne wurde ich Mutter und studierte Journalismus und Medienmanagement. Heute schreibe ich u. a. für Der Spiegel als freie Kultur,- Reise- und Gesundheitsjournalistin. Ich arbeite als Konzertsängerin und singe mit Kindern. Meine Keynotes, Workshops und Fortbildungen zum Singen mit Kindern richten sich an Eltern und Pädagog*innen. Meine Leidenschaft: Familie, Schweden, Hunde, Yoga, Green Living, Camping.

3 Comments

  1. Hexe 10. März 2020

    Seit einiger Zeit versuche ich genau das. Erziehen ohne zu schimpfen. Jeden Morgen nehme ich es mir fest vor und am Abend bin ich meist gescheitert. Es ist wahnsinnig schwierig. Das Buch klingt wirklich interessant und nachdem ich das jetzige (glückliche und entspannte Jungs ) zu Ende gelesen habe, werde ich dieses mit Sicherheit mal lesen.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt.

  2. Melanie 9. März 2020

    Danke für die ausführliche Rezension, die wirklich Lust macht, das Buch zu lesen! Gerade habe ich angefangen “Mama, nicht schreien” zu lesen und war zwei Tage bei einem Workshop über empathische (gewaltfreie) Kommunikation. Das Werk von Nicola Schmidt klingt nach einer idealen Abrundung, um dem Schimpfen und Meckern endgültig den Rücken zu kehren.

    1. Tanja Conrad 10. März 2020

      Danke fürs Feedback! Super, dass du solche Fortbildungen machst! Mama, nicht schreien! finde ich auch prima und GFK ist sowieso mein Licht im Dunkel. Kennst du Nestwärme, die Flügel verleiht? Auch ein empfehlenswertes Buch. Du bist jetzt jedenfalls im Lostopf und ich drücke dir die Daumen.

      Liebe Grüße,

      Tanja

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