
Checkliste Eingewöhnung in die Krippe – so knapp wie der Titel fällt auch unsere Liste mit wirklich wichtigen Aktivitäten und Besorgungen für die Kita Eingewöhnung aus. Wie ihr euch als Familie optimal vorbereiten könnt, haben wir für euch zusammengefasst. Auf geht’s in einen neuen Lebensabschnitt!
Checkliste Eingewöhnung Kita – weniger ist mehr
Wenn die Eingewöhnung bevorsteht, suchen viele Eltern nach Wegen, sich die erste Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Uns erging es genauso. Am Ende haben wir gelernt, dass uns Dinge nur wenig bei der Eingewöhnung geholfen haben. Vielmehr brauchten wir jede Menge Geduld, Liebe und Nachsicht. Vor allem Nachsicht mit uns selbst. Was uns im Nachhinein wirklich bei der Eingewöhnung unterstützt hat, haben wir heute für euch zusammengefasst: Viele Gedanken – und auch ein paar Dinge.
Wann mit Vorbereitungen zur Eingewöhnung beginnen?
Wir halten es so, wie es der Sozialpädagoge und Jugendtreffleiter Maik Rauschke im Interview in Bezug auf Medienerziehung sagt:
Fangt am besten an, wenn das Kind noch nicht geboren ist!
Wenn wir Eltern werden, haben wir gefühlt für nichts mehr Raum. Dann ist es gut, wenn ein grobes Konzept steht. Und das gilt eben auch für die Kinderbetreuung. Uns war früh klar, dass Merlin ab einem Jahr in einer Krippe betreut werden würde. Wir haben uns detailliert überlegt, wie unsere Wunschkita sein soll.
Folgende 10 Fragen haben uns im Entscheidungsprozess unterstützt:
- Ab wann will ich überhaupt betreuen lassen?
- Wie lange möchte ich mein Kind betreuen lassen?
- Wie weit darf die Einrichtung von zuhause aus entfernt sein?
- Was ist wichtiger – Bequemlichkeit oder Einrichtung?
- Welche Art Einrichtung wünsche ich mir für mein Kind und uns als Familie? (Gemeinde-KiTa, christliche Tagesstätte, Natur- oder Waldkindergarten, etc.)
- Welches Umfeld wünsche ich mir für die Kinderbetreuung? (Spielplatz, Rückzugsorte, etc.)
- Welchen Betreuungschlüssel wünsche ich mir für mein Kind?
- Habe ich bestimmte / besondere Bedürfnisse in Bezug auf die Eingewöhnung? (Bindungsorientiert nach dem Berliner Modell, eigene unverarbeitete Traumata, etc.)
- Kann die Einrichtung den (besonderen) Bedürfnissen meines Kindes entsprechen? (Allergien, andere Krankheiten, Behinderungen, etc.)
- Welche Angebote wünsche ich mir für mein Kind? (Babyzeichensprache, Breifreie Kost, Musikalische Früherziehung oder gemeinsames Singen, Konzeptarbeit nach Emmy Pichler, etc.)
Auch wenn selten alle Wünsche und dahinterliegende Bedürfnisse erfüllt werden – es gibt Sicherheit zu wissen, wie es ideal für mich und uns als Familie wäre. (Tanja, Journalistin und Pädagogin)
Checkliste Eingewöhnung – die nächsten Schritte
Als wir uns für eine Kita entschieden und einen Platz ergattert hatten, war uns das Kennenlernen der Einrichtung wichtig. Wir haben mit der Kitaleitung, dem Personal (besonders der Bezugsbetreuerin) gesprochen und uns alle Räumlichkeiten zeigen lassen.
TIPP Fragt gleich zu Anfang nach, ob ein Tag der offenen Tür oder eine andere Veranstaltung geplant ist. Bei solchen Events bekommt ihr einen ehrlichen Eindruck, wie es dort läuft und ob euch die Atmosphäre zusagt. Vielleicht könnt ihr euch auch auf die Liste des Email-Verteilers der Kita setzen lassen. Interesse zu zeigen schadet nie.
Hardware – fragt am besten die Bezugsbetreuer*innen
Wenn es um die richtige Hardware, also die Ausrüstung für die Kita Eingewöhnung geht, sind die Betreuer*innen die ersten Ansprechpartner*innen. Sie haben klare Abläufe, um die Versorgung aller Kinder zu gewährleisten. Nachdem ihr gehört habt, was das Personal braucht, seid ihr an der Reihe:
- Braucht euer Kind besondere, z. B. milchfreie Nahrung?
- Kann es nur bestimmte Windeln vertragen?
- Hat es ein Kuscheltier, ohne das es nicht einschlafen kann?
- etc.
TIPP Auch wenn ihr einen ausführlichen Aufnahmeantrag ausgefüllt und viele der Fragen schon beantwortet habt – es macht Sinn, alles nochmal mit den Bezugsbetreuer*innen zu besprechen. Sie können nicht immer die Bedürfnisse aller im Blick haben.
Software – brieft die Betreuer*innen!
Nur wenn das Personal weiß, was ihr und euer Kind braucht, kann die Beziehung wirklich funktionieren. Je mehr ihr mit den Betreuer*innen in Dialog kommt und bleibt, desto mehr profitiert euer Kind. Deshalb: Sagt den Frauen und Männern, die viel Zeit mit dem wertvollsten Menschen in eurem Leben verbringen werden, was ihr alle braucht.
Das lässt sich z. B. aus folgenden Fragen ableiten:
- Wie schätzt du das Temperament deines Kindes ein?
- Trennt sich das Kind generell leicht oder schwer?
- Gibt es gerade Belastungen im Familiensystem?
- Braucht dein Kind Schlafbegleitung?
- Hast du ausreichend Raum und Zeit für die Eingewöhnung in die Kita?
- Wie fühlst du dich bei dem Gedanken, dich von deinem Kind zu lösen?
- etc.
TIPP Schreibe dir deine Gedanken und Gefühle in Bezug auf die Eingewöhnung auf. Was möchtest du, dass die Betreuer*innen von dir, deinem Kind und deiner Familie wissen? Was könnte ihr oder ihm helfen, das Kind und euch besser zu verstehen, um besser auf die Bedürfnisse eingehen zu können?
Und dann sind da noch andere wichtige Menschen
Wenn du alle Fragen gestellt, Antworten erhalten und relevante Dinge erzählt hast, sind die Betreuer*innen dran. Auch sie möchten gehört, in ihrer Persönlichkeit, ihren Wünschen und Nöten gesehen werden. Versuche herauszufinden, wer sie sind. Kläre, was sie brauchen, um eine gute Atmosphäre zu schaffen und sich optimal um die Kinder kümmern zu können.
Betreuung ist keine Einbahnstraße. Wer verstanden und gesehen werden möchte, darf verstehen und selbst sehen. (RiskyMum Tanja)
Checkliste Eingewöhnung in die Kita – zum Schluss zu den Dingen
Neben den vielen Gedanken, Überlegungen, Fragen und Antworten gibt es auch ein paar handfeste Sachen, die den Kitastart erleichtern. Gerade wenn es um Ordnung, Struktur und Klarheit geht, sind sie fast unverzichtbar. Unsere Checkliste Eingewöhnung in die Kita umfasst auch ein paar Dinge, die vielleicht erst später so richtig zum Einsatz kommen. Weil wir sie gleichzeitig so super finden, listen wir sie mit auf.
Unsere Top 15 Checkliste Eingewöhnung in die Kita
- Matschhose / Regenjacke und Gummistiefel (entsprechend der Jahreszeit)
- Rutschfeste Socken / Lederschläppchen (besser als feste Hausschuhe)
- Wolleinteiler* (leicht anzuziehen, wärmen, gute Zirkulation)
- Mütze (entsprechend der Jahreszeit)
- Trinkflasche*
- Brotbox*
- Selbstklebende Namensschilder*
- Kuscheltier / Kuschelkissen / Kuscheldecke / T-Shirt von Mama oder Papa
- ggf. Schnuller / Babyflasche
- Sonnencreme*
- Wickelutensilien (ggf. spezielle Cremes, etc.)
- Mappe für Bilder
- ggf. Fotos für Garderobe etc.
- Kinder-Rucksack
- Kita-Tagebuch für dich – zum Einschreiben, Fotos Einkleben und Erinnern❤️
Noch mehr Infos zur Eingewöhnung in Kita und Kindergarten
Wenn du noch tiefer eintauchen möchtest in Themen rund um die Eingewöhnung in Kita oder Kindergarten, empfehle ich dir folgende Artikel:
Konnte ich dir bei eurer Eingewöhnung in der Kita weiterhelfen? Lass‘ uns wissen, ob wir noch etwas Wichtiges vergessen haben.
Wir wünschen euch einen entspannten Kitastart, Geduld und Freude auf allen Seiten.
Eure RiskyMum Tanja & Team
Coming soon …
Für uns ist Weiterbildung ein Dauerthema. Angefangen hat alles kurz vor der Schwangerschaft – ich hatte mich entschieden, nochmal zu studieren. Wie das gelaufen ist und ob ich das weiterempfehlen kann, erfahrt ihr in meinem Text über Fortbildung in Elternzeit. Neben unseren Erfahrungen habe ich jede Menge Tipps und Adressen zusammengetragen, die dich bei deiner beruflichen Neuorientierung oder Weiterbildung während, vor und nach der Elternzeit unterstützen können. Kommst du vorbei?
Service – unsere (Online-)-Quellen und Buchempfehlungen zur Kita Eingewöhnung
Weitere Bücher, die bei der Kita Eingewöhnung unterstützen:
- Eingewöhnung und Beziehungsaufbau in Krippe und Kita*
- Ich will verstehen, was du wirklich brauchst*
- Der größte Schatz der Welt*
- Das Abenteuer meines Lebens: Wie ich meinen größten Helden gefunden habe*
- Was passiert im Kindergarten?*
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Vielen Dank für diesen umfangreichen und informativen Blogeintrag! Ich selbst habe mich schon viel mit der Thematik beschäftigt und findem dass der Beitrag auf den Punkt gebracht ist.
Mit freundlichen Grüßen,
Lisa
Liebe Lisa,
ganz herzlichen Dank für das Feedback. Ja, das ist wirklich ein wichtiges Thema und es freut mich, dass das immer mehr Eltern es so sehen. Alles Liebe und hoffentlich bis bald hier im Blog-Wohnzimmer.
Viele Grüße von Tanja